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Leon Schmidt

Photographer Portfolio

Leon Schmidt ist eigentlich ein respektabler deutscher Ingenieur. Irgendwas mit Autos und Kamerasystemen macht er. In seiner Freizeit allerdings hat er eine schmutzige Leidenschaft – die Skatefotografie, für die er sich gerne in den Dreck vor Treppen legt. Auch die Bilder spiegeln eine Mischung aus Ingenieurskunst und Street-Roughness wider. Wir starten mit dem Portfolio des in Köln beheimateten Leon Laser unsere City Check Reihe, die sich im ersten Teil der Domstadt widmet.

Photographer Portfolio

Leon Schmidt

Leon, wann und warum hast du angefangen mit Skatefotografie?

2004 hatte ich meine erste Spiegelreflexkamera. Das kam durchs Studium. Als ich an der FH angefangen habe mit „Photoingenieurwesen & Medientechnik“. Vorher war ich skatemedial eher auf Video gepolt. Dann hat sich im Studium der Kurs über Grundlagen in SW-Fotografie angekündigt und ich war drüber. Wenn man selbst im Labor einen Film entwickelt und danach in der Dunkelkammer die Abzüge macht, gibt´s kein zurück mehr! Im Sommer 2005 kam dann das energische Skate-Fotos-Machen. Ich hatte mir ein paar günstige gebrauchte Blitze besorgt und war total fasziniert auf Diafilm zu schießen. Damals kannte ich schon Gentsch von meinem Praktikum bei der Limited (R.I.P.) und als ich den Sommer in WI/MZ war, hat er sich schon ein paar meiner ersten Pics angesehen und mir Tipps gegeben. Ausserdem konnte ich mir hier und da ein paar Sachen von dem Werbefotografen ausleihen, bei dem ich Praktikant war.

Wieso machst du eigentlich Skatefotos, du hast doch einen richtigen Job?

Ying & Yang. Mit Skatern Fotos zu machen ist ein super Ausgleich zum Büroleben. Ich musste schon oft lachen, wenn ich irgendwo auf dem Boden liege, um ein gutes Foto zu schießen und dabei an meine Arbeitskollegen denke. Für mich gilt nach wie vor der Reiz, ein gutes Foto zu schießen. Es ist einfach die Herausforderung, die Mission. Und das meistens gepaart mit guten Homies und Spaß. Zu ernst sollte man es nicht nehmen. Das ist eben Skateboarding. Ich muss mich ja nicht mehr mit jedem Skater vor der Kamera rumschlagen. Sondern mach das nur mit Homies.

Wie kriegst du das zeitlich denn hin, neben der Arbeit noch Fotos zu machen?

Skate-Fotos sind schon viel Hustle. Vorallem wenn man sie nicht nur für seine Festplatte macht, sondern noch am liebsten gedruckt sieht. Da mein Job als Ingenieur ziemlich geregelt mit 9 to 5 und auf Gleitzeit läuft, ist das im Sommer gar kein Thema. Wenn unter der Woche was nach Feierabend ansteht, habe ich einfach meinen Stuff schon im Auto. Da kann man locker noch einen gezielten Trick schießen. Am Wochenende geht das dann schon richtig auf Mission und in andere Städte. Ich habe mir mal eine goldene Regel gesetzt: Ein Tag am Wochenende wirklich Freizeit. Richtige Touren wie Sizilien, New York usw. habe ich dann im Urlaub gemacht. Das ist schon stressig, wenn man alles organisiert neben dem Job.

Mit welchem Kamera Set-Up bist du unterwegs?

Kommt drauf an. Vor ein paar Jahren hätte ich noch auf große Blitze, Stative und alles geschworen. Mittlerweile unterscheide ich da. Oft geht es auch mit kleiner Ausrüstung los. Kleinbild-Digi mit Fisheye, 50er und ’nem Zoom. Das reicht oft aus und man muss mehr mit dem vorhandenen Licht arbeiten. Wenn du ohne Auto unterwegs bist, muss das sein. Sonst kannst du dein Zeug kaum transportieren. Alternativ natürlich das große Gepäck mit allem und der Hasselblad inklusive Fisheye. Mittelformat-Dias sind immer noch Königsklasse. Wobei ich auch da sagen muss, dass ein Hochformat auf Kleinbild wirklich eine Herausforderung ist!

Wie haben sich deine Fotos über die Jahre verändert?

Ich bin minimalistischer geworden. Früher hätte ich wirklich alles geblitzt.

Was reizt dich am meisten am Fotos machen?

Das Foto, das am Schluss rauskommt. Meistens bin ich positiv überrascht was man am Spot hinbekommt. Wenn ich ein schönes Foto habe, bin ich glücklich.

Ein gutes Skatefoto zeichnet sich aus durch…?

Da gibt es kein Pauschalrezept. Ob scharf oder unscharf. SW oder Farbe. Digi oder analog. Das einzige was mich nicht reizt ist: zu clean. Auf manchen Bildern sehen Treppen aus, als ob sie eben fürs Foto gebaut wurden. Vielleicht kommt da mein Geschmack noch aus der analogen Schule.

Willow – Backside Flip

Willow – Backside Flip

Was wäre Köln ohne Willow? Den sympathischen jungen Skater aus Ludwigsfelde durfte ich ca. 05/06 das erste Mal am Dom bestaunen. Ich konnte gar nicht glauben, dass er in Köln wohnt. Aber als ich ihn kennenlernen durfte war ich überwältigt – so nett und lustig wie er zu allen Menschen ist. Meiner Meinung nach hat er stark dazu beigetragen, die alteingesessenen Dom-Posse zu lockern und alle Skater in Köln zu verbinden. Das Bild hier ist 2009 entstanden. Die psychedelischen Ringe kommen vom Scan und haben ihren Charme. Ruff und einfilmen, wa.

Jermaine-K+pos Kopie

M1 Homies

Da fing alles an. 2005 war ich den Sommer in Wiesbaden und habe ein Praktikum beim Werbefotografen gemacht. Nach Feierabend ging’s immer zum skaten und natürlich wurden da die ersten Versuche mit Blitzlicht und Co. gemacht. Das Foto von Jermaine und der Crew war gedruckt als Ad für den Partizan Shop (R.I.P.). Die Tage bringen die Jungs das MZ Local Video raus. Ich freu mich riesig!

Paco Elles – 50-50

Paco Elles – 50-50 Mensa Rail

Jerry Quote: „Ey der Paco is so underground – wo geht der eigentlich skaten?“ Paco hat sich nie bei einer Fotomission weit aus dem Fenster gelehnt, war dafür dann meistens der MVP. Er kommt zu einem Spot und wenn er richtig Bock hat, macht er den krassesten Trick. Das Mensarail in Köln haben schon so einige namhafte Pros gesehen und sind dran vorbeigelaufen. Paco war an diesem Samstag ziemlich aufgedreht und wollte einen gnarly Trick machen. Leider ist ihm die komplette Weiterfahrt verwehrt geblieben. Er war ein paar mal mit Wheelbites bestraft worden. Aber eben weil Paco so gnarly ist, will ich euch das Bild (aus einer Sequenz) zeigen.

Der Junge hält die Skateboard-Fahne ganz schön hoch in Deutschland. Word.

Lennie Burmeister – Switch Pole Jam

Lennie Burmeister – Switch Pole Jam

Wieder mal Tour mit den Basta!s… New York sollte jeder mal hin. Die Stadt, Hip Hop, Skating und Pizza Slices. Definitiv ein Muss. Unsere Crew hat sich gefühlt multipliziert, nachdem eine Handvoll fest zugesagt hat. Schulte und ich wollten eh hin, dann kamen noch die Basta! Azzlacks dazu und bald war das 35qm Apartment in BedStuy mit 10 Leuten bewohnt. Leider geil. Auf der Tour war Lennie der Mann. Das Foto war unser 1st hit und ist so Downtown Manhattan wie es aussieht.

Giletto Hurricane

Philipp Vollmar – Hurricane

Das Amtsgericht im Kölner Süden hat schon seit Jahrzehnten diese fabelhaft aussehenden Quarters zu bieten. Der Schein trügt. Das haben schon Unmengen an Skatern bemerkt, wenn sie dort waren. Irgendein Wochenende im Sommer 2010 waren wir auf großer Mission. Kein Spot, kein Trick hat so geklappt wie gedacht. Dann zum Schluss mal an der Quarter vorbeischauen… Giletto made my day!

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Norbert Szombati – Backside Lipslide

Der Spot an der Boltensternstr. in Köln war schon immer ein Bust. Stories von Kieselsteinen auf Gentsch und einem Aggrotyp, der ’nen Pitbull auf Skater hetzt gab es vor und nach diesem Foto. Wir hatten eine gute Zeit erwischt. Nob wollte ein Foto schießen und wir sind quasi in seiner Mittagspause los. Am Spot angekommen, war die Oma aus dem 1. Stock auch direkt in den Dialog gegangen und wollte uns wieder wegschicken. Benni Markstein hat sie ganz gut besänftigen können und irgendwas von einem Studienprojekt erzählt… Circa eine Stunde später war der Trick geschossen und mein erstes Foto in der Kingpin gebucht.

Valeri Rosomako – Frontside Bluntslide

Valeri Rosomako – Frontside Bluntslide (Warschau)

Die Tour kam etwas spontan. Eigentlich war mein Plan für ’ne Woche nach Berlin zu fahren um Dan Skrobol zu besuchen. Als ich Mittwoch Abend Dan anrief, kam nur was von: „Ja wir wollen eigentlich Samstag auf Tour fahren aber ich glaube da kommt noch kein Fotograf mit. Hast du Bock?“ Klar – so was passt immer. Freitag Nachmittag saß ich im Auto nach Berlin und Samstag ging’s los nach Warschau. Eine der besten Touren. Ich liebe Polen samt Instant-Kaffee. Das Foto entstand bei Dämmerung und ganz grobem Korn.

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Mülheim – Wiener Platz

Eugen wollte zu dem Spot und die Kante neben der Rolltreppe droppen. Klang alles ganz easy. Angekommen am Wiener Platz der erste Hit: Kirmes. Bei Bushido Mucke am Autoscooter mal kurz ein Foto schießen… Kaum hat sich Eugen oben auf das Plateau gestellt, kam ein verwirrter älterer Mann vorbei und wollte ihn davon abhalten. „Viel zu gefährlich…“ Eugen hat sich etwas darüber abgefuckt, dass der Mann sich genau in die Ausfahrt gestellt hat und die Polizei rufen wollte. Keine Minute später hatten wir Kollegen Besofski am Start, der in Maurerkluft ganz stark war. Bei solcher Atmo lässt es nicht lange auf sich warten, bis ein paar Halbstarke den Weg kreuzten und sich mit dem Besofski prügeln wollten. Ende vom Lied: Polizei, viel bla bla und keinen Trick fotografiert. Zwei Tage später noch mal zum Spot und eingetütet.

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Marc Achmüller – Wallie

2010 war ich eine Zeit lang in München um meine Diplomarbeit zu schreiben. Auf dem Weg nach München hatte ich Halt bei Urban eingelegt und mitbekommen, dass Marc Achmüller seit Langem wieder Stuff bestellt hat. Die Jungs waren ziemlich überrascht. Zufällig bin ich ein paar Monate später in einem großen Schuhgeschäft von noch größerer Action-Sports-Kette gestanden. Der junge Verkäufer kam mir bekannt vor und ich fragte: „Bist du nicht der Archi?“ Er hat mich leicht entgeistert angesehen. Ein paar Wochen später waren wir auf Mission und der Wallie ist entstanden. Irgendwie hatte ich das Gefühl mit einer großen Legende unterwegs zu sein. Wie damals die Rückkehr von Guy Mariano, der Jahre nicht gesehen war. Bei jener einmaligen Mission sollte es auch bleiben. Hoffe du bist wohl auf, Archi!

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Patrick Bös – Backside Tailslide

In Köln noch taufrische Spots zu finden ist bestimmt nicht einfach, aber wenn jemand mit Fahrrad und offenen Augen durch die Gegend fährt und nach Spots sucht, dann ist es Patrick. Er hat schon so einige Sachen entdeckt und mich immer wieder überrascht. Das Fundament in 2013 war so ein Fall. Ich hatte den Shot gut geplant und alles dabei um den Spot fahrbar zu machen. Das Ergebnis seht ihr ja.

Carsten Beneker

Carsten Beneker – Nollie Nosegrind

Barney und die Basta! Boys – eine lange Freundschaft, die durch Skaaaaatiiiiing entstand und noch heute besteht. 2008 sind Barney, Tjark und noch ein paar Jungs für ’ne Zeit nach Valencia gegangen um dem Winter zu entfliehen. Eine Truppe Kölner hat es geschafft mit mir gen Süden zu fliegen um spanische Architektur zu bestaunen. Das Bild vom Nollie Nosegrind ist immer noch eins meiner liebsten Fotos.

Paul Weisser – Backside Tailslide

Paul Weisser – Backtail

Mit Paul Weisser bin ich gerne unterwegs. Genauso bei diesem Feierabend-Shoot in Leverkusen. Der Spot ist mehr als bekannt und war eigentlich nie ein wirklicher Bust. Bis zu diesem Tag im Herbst 2012. Paul war ein paar Wochen vorher schon mal da und wollte nur noch mal den Trick fotografieren. Wir hatten schon einige Shots im Kasten und ich wechselte zwischen Digi und Analog. Dann kam der erste Security und wollte so gar nicht den Backtail feiern. Wir dachten alles läuft normal. Wir packen zusammen und gehen. Tschüss. Nix da, es gab noch einen zweiten Security, der sich als Besitzer der Sicherheitsfirma erwies und unbedingt durchgreifen musste. Die Polizei war recht schnell vor Ort und gar nicht mal angetan von der Art der Security. Ende vom Lied, es wurde von mir verlangt die Bilder zu löschen. Ich war dezent angespannt und sah schon das enttäuschte Gesicht von Paul. Beim Greifen meiner Fototasche kam mir die Idee einfach den Film aus der Hasselblad zu ziehen, es waren eh nur 3 Tries und keine guten. Genau das hat für Erstaunen aller Anwesenden gesorgt. „Der Film ist nun belichtet und nicht mehr brauchbar.“ Security und Polizei waren beide etwas baff aber die Polizei erklärte dann, dass wir damit nichts mehr anfangen könnten und der Security-Boss gab sich zufrieden. Wir freuten uns den Arsch ab auf der Rückfahrt nach Köln.

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