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Oli Bürgin – Interview

Soloskatemagazin Oli Buergin Interview Ollie Transfer

Oli Bürgin – Ollie Transfer

Wie kam es die ESC Basel wieder zu beleben?

Die Initiative kam von der Stadt Basel. Sie wollten wieder mehr Sport Events in der Stadt und haben sich besonnen das es vor 8 Jahren eine Skateboard Europameisterschaft in Basel gab die 10 Jahre lang stattgefunden hat. Und dann haben Sie mich kontaktiert und gefragt was es denn brauchen würde um das Event wieder stattfinden zu lassen. Wir haben uns dann getroffen und die Grundlagen gelegt und schlussendlich haben sie gemeint sie hätten Bock die Sache finanziell zu unterstützen und dass sie es super finden würden, wenn ich wieder was in der Richtung organisieren würde. 

Soloskatemagazin Escali Boulala Kflip

Ali Boulala – Kickflip

Eigentlich eine coole Sache von der Stadt Basel. Eher ungewöhnlich oder nicht?

Absolut! Ich habe ein bisschen gestaunt auf der anderen Seite haben wir einen relativ guten Draht zur Stadt in Bezug auf Skateboarding und Trend Sportarten im Allgemeinen. Die Leute im Sportamt sind sehr aufgeschlossen helfen auch immer wieder bei Projekten wir haben zum Beispiel vor zwei Jahren den Indore Skatepark in eine Hau-Ruck-Aktion retten müssen

weil die alte Halle wurde abgerissen und dann hat die Stadt handgeboten für eine zwischen Lösung für ein paar Jahre bis 2020/2021 eine endgültige Lösung kommt und das ist jetzt nur ein Beispiel wie uns die Stadt in den vergangenen Jahren unterstützt hat. 

Denkst du da gibt es einen Zusammenhang mit der Olympiade?

Jein also ich kann mir vorstellen das der im Puls jetzt für einen Euro Skateevent mit der Olympiade zu tun hat. Ursprünglich war der Gedanke bzw. eine Frage der Stadt, Könnte man das so wiederbeleben das es dann die offizielle Qualifikation wird, dass es 2019 die Kontinental Quali für Euro wäre. Aber von diesem Gedanken haben wir uns vorerst wieder distanziert. Man weiß ja auch noch nicht wie diese Qualifikationen ablaufen werden, das ist alles noch nicht öffentlich, hinter den Kulissen vielleicht schon. Es ist einfach noch zu vieles unklar um den Gedanken weiter zu verfolgen. 

Soloskatemagazin Escpontus

Pontus Alv by Alexander Basile

Warum habt ihr damals den ESC eingestellt?

Wir haben 2010 das 10-jährige Jubiläum gefeiert und bewusst gesagt wir machen Pause. Das ging von mir aus, weil ich einfach mal einen Sommer wollte um etwas anderes zu machen als einen Skateboard Contest zu organisieren. Dann haben wir es 2012 wieder versucht und mit den Sponsoren angefangen zu verhandeln. Es hat sich relativ schnell gezeigt das die Budgets einfach nicht mehr da sind, also wurde es für 2012 abgesagt. 2013 haben wir es nochmal probiert und es hat wieder nicht geklappt, dann haben wir es fürs erste sein lassen. Zudem haben 2012 die Chance bekommen Port Land zu bauen, war dann auch ein bisschen der Ersatz. Hätte ich mich weiter mit ESC gebunden wäre so etwas nicht möglich gewesen. Ich mein ESC ist geil aber es ist immer nur ein Wochenende pro Jahr und dann ist es wieder vorbei und einen eigenen DIY Skatepark zu bauen hat irgendwie vielmehr Bestand und Nachhaltigkeit. Und jetzt schließt sich der Kreis wieder mit ESC und Port Land, da wir jetzt einen Ort haben wo wir eine coole Party Abends machen können.

Knüpft ihr an das Konzept der Vorgänger an oder gibt es grundlegende Veränderungen?

Grundlegend eigentlich eben nur weil damals war es ja ESC – European Skateboard Championships denn es gab damals nix anderes oder kein anderes Event das Europa auf dem Niveau zusammengebracht hat. Den Anspruch erheben wir jetzt nicht mehr also die Abkürzung ESC bekommt jetzt eine andere Bedeutung und wir schmücken uns nicht mehr mit dem European Championship Titel. Man könnte es jetzt eher als European Skateboarding Contest, Community oder Culture bezeichnen. Klar der Wettkampf Gedanke war immer ein wichtiger, interessanter Teil aber Wettkämpfe gibt es zu Haufen. Und ich fand es eigentlich immer cool das sich ganz Skateboarding in Basel getroffen hat und da immer viel mehr war wie der eigentliche Contest. 

Wie sieht der Event aus gibt es schon ein fertiges Konzept?

Ja also die Pläne sind da wir haben einen Haufen Ideen. Ich sag mal die Basis wird ein Street Contest sein, im Sinne von Street Obstacles klassisch wie es zu vor auch im Eisstadion war. Das Abend Programm wird eigentlich komplett beim Port Land DIY stattfinden. Das steht seit 2012 da und ist so ein bisschen der Treffpunkt für die Basler Skater die Beton Tranny oder was immer man auch dazu sagen will gerne skaten. Dort sind dann auch Konzerte angedacht, Musik, DJs, Skatesession allen falls etwas in Richtung Best Trick. Keine Ahnung vielleicht gibt’s Freibier für richtige geile Tricks. Also unbedingt in einer lockeren Atmosphäre also kein Contest. Es gibt dann zusätzlich noch Side-Events. Wir wollen einen Highest Ollie Contest machen – Danny Wainright kommt dafür als Host. Und das andere Side Event wollen wir noch geheim halten.

Soloskatemagazin Oli Burgin Interview Tom Penny

Tom Penny – Nollieflip

Soloskatemagazin Oli Buergin Interview Escarto Saari

Arto Saari – Sw BS Flip

Was erhofft ihr euch vom Line-up oder gibt es vielleicht schon Zusagen?

Ja so lose haben schon ein paar Leute via Instagram oder Facebook gemeint sie haben Bock wieder zu kommen. Es sind tendenziell auch schon bisschen ältere Semester die selbst vor 8 Jahren schon einmal da waren. Albert Nyberg wird kommen, Axel Crysberghs hat bock und Alex Mizurov hat schon zugesagt. 

Die Abriss-Party ist ja total eskaliert.

Gut da war ja klar das die Bowl abgerissen wird. Aber ja das war richtig krass. Und zwei Wochen später haben wir ja schon angefangen Port Land zu bauen. Es war zwar ein Ende aber gleichzeitig wieder ein Neuanfang.

Hat das Grundstück der Stadt gehört oder warum habt ihr den Bowl abreißen müssen?

Nö eigentlich hat es uns gehört. Wir haben das damals zusammen mit Pontus Alv gebaut und Das war auch ein ESC Nebenprodukt. Weil 2006 hatten wir, wir hatten ja immer so Themen gehabt die wir dann so ein bisschen in die Gestaltung des Events mit reingebracht haben und 2006 war eben das Thema Kunst / Skatekunst oder wie man das auch nennen mag. Da gab es eine Ausstellung dazu. Und mit Pontus, er war ein Name auf unserer Liste mit potentiellen Partnern und mit ihm kam dann relativ schnell die Idee, lass uns was bauen was bestand hat. Er hatte zu derzeit die ersten Beton DIYs in Malmö gebaut. Damals ist er noch für Emerica gefahren, ich war da ja relativ lange Teammanager. Dann habe ich ihn halt angehauen. Hey Pontus hast du bock zusammen mit uns einen Bowl zu bauen. Dann war er im Juli zweieinhalb Wochen in Basel wir haben alles vorbereitet die Fläche und das Material und dann haben wir in dieser Zeit den ersten Teil des Blackcross Bowl gebaut und dann war das eigentlich wie ein Teil von der ESC Kunstaustellung. 

Soloskatemagazin Stefan Marx2

Stefan Marx sketching

Soloskatemagazin Stefan Marx1

the Black-Cross-Bowl

Soloskatemagazin Oli Buergin Interview Escausstellung

Ausstellung ESC 2006

Soloskatemagazin Escluisa Don

Luisa & Don

Hast du vielleicht noch eine Anekdote aus den vergangenen ESC Jahren? 

ESC 2010 stand unter dem Motto Geburtstag, weil wir in dem Jahr das zehnte Jubiläum des Events gefeiert haben. Wie es sich für einen richtigen Kindergeburtstag gehört, hatten wir eine skatebare Torte, Luftballons und einen Clown am Start. Irgendwann ist die Idee aufgekommen, den Siegern an der Preisverteilung Slapstick-mäßig eine Torte ins Gesicht zu schmeißen. Alle fanden’s lustig und die Bilder und Footage zaubern heute noch ein Lächeln auf mein Gesicht. 2017 hat mich die Geschichte dann nochmal eingeholt. Ich hatte als Vertreter der Schweizer Skateboard Szene Gespräche mit Swiss Olympics an denen es darum ging die Schweizer Verbandsstruktur in eine positive Richtung zu bewegen. Im Laufe der Gespräche wurde dann auch die European Skateboard Championships thematisiert und das Fazit von Swiss Olympics war, dass die ESC wegen der fehlenden Anerkennung durch ein Skateboard Verband keine offiziellen Europameisterschaften waren, sondern eher ein Spaß Event mit einer Tortenschlacht am Ende… So viel von mir zur aktuellen Skateboarding vs. Olympia Diskussion.

Was ist eigentlich aus den Kräutersäcklis geworden?

Das war ein riesen Thema so um 2004,5,6 rum. Die Duftsäcklis so hießen die damals, da hat irgendeiner eine Gesetzes Lücke entdeckt die es ermöglichte legal Gras zu verkaufen, wie es heute in Amerika zu medizinischen Zwecken möglich ist. Die Duftsäckchen wurden dann unter dem Vorwand verkauft das man sich die Dinger unter das Kopfkissen legt. Aber in Wirklichkeit hat natürlich jeder das Säckchen sofort aufgerissen und sich einen Joint gebaut. Und ich glaub das hat auch seinen Teil zum Erfolg des ersten ESC beigetragen, das es super easy war zu der Zeit in Basel an Gras zu kommen. Und das ist sehr vielen Leuten in Erinnerung geblieben. Kurze Zeit gab es angeblich sogar in Basel mehr von diesen Säckli-Shops als Bäckereien. Also konnte man praktisch an jeder Ecke Gras kaufen. 

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