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Zementwerk

presented by Volcom, Leica Camera and Solo Skatemag

Wer sich schon immer gefragt haben sollte, was wohl dabei herauskommt, wenn man ein verlassenes Zementwerk, ein paar Leica Kameras, etwas Beton und eine Gruppe motivierte Skater zusammenbringt, für den haben wir jetzt die Antwort. In unserer aktuellen Ausgabe gibt es den "Zementwerk" Artikel und morgen kommt das Video zu der Geschichte, die Ende April an der deutsch-österreichischen Grenze entstanden ist. Wir blicken vorab hinter die Kulissen.

Es war am Abend des DFB Pokalhalbfinales zwischen Dortmund und Bayern, als sich eine bunt zusammengewürftelte Truppe bei Schneesturm auf nach Kiefersfelden machte. In dem kleinen Örtchen feierte nicht nur die ansässige Blaskapelle gerade ihr Jubiläum, es beheimatet auch ein ehemaliges Zementwerk, das am Silvesterabend 2002 seine Pforten schloss. Roman Astleitner hatte es gefunden und als Ort des Projekts vorgeschlagen, nachdem Filmer Philipp Reinhard die Idee zu der ganzen Sache gehabt hatte und Leica mit an Bord holte, die für Philipp und Fotograf Jelle Keppens zwei komplette SL Kamerasysteme zur Verfügung stellten. "Nachdem ich schon Ewigkeiten in der Skatefilmszene steckte, sehnte ich mich danach etwas anderes zu machen", erklärt Philipp wie das Projekt begann. "Eine kleine Story in einer ungesehenen Location die etwas Make Up erfährt. So kam mir die Idee, ich feilte daran, schrieb es nieder und krallte mir mit Volcom und Leica dafür die perfekten Partner. Die Ganze Planung begann vor knapp vier Jahren und nun ist das Baby auf der Straße!"

Wir hatten das in schönstem Alpenpanorama eingebettete Gebäude bereits zwei Wochen vorher besucht um nach möglichen Spots zu suchen, die Roman Astleitner zusammen mit Ralf Edlinger dann – passend zum Zementwerk – mit etwas Beton aufbesserte, um sie fahrbar zu machen. Für Asti war das alte Zementwerk, "auf jeden Fall die ausgefallenste Location in der wir je etwas zum Skaten gebaut haben – vor allem eine halbe Tonne Beton zu Zweit in Plastikeimern in den 2. beziehungsweise 6. Stock zu schleppen wird uns sicher ewig in Erinnerung bleiben!"

Das Zementwerk ist duster, dreckig und vor allem riesig – sprich es hat unzählige Räume, große Hallen und vor allem enorme Deckenhöhen. Das bedeutete dann z.B., dass sich hinter dem ersten Spot (eine Quarter die an einen Pfeiler betoniert worden war) ein Loch im Boden befand, durch das man gute 10 Meter nach unten hätte fallen können. Glücklicherweise mussten nur ein paar Boards diesen Sturz aushalten.

Die Crew, bestehend aus Daan van der Linden, Eniz Fazliov, Chris Pfanner, Alain Goikoetxea, Tim Rebensdorf, Alex Schultz und Ben Raemers blieb unversehrt und zeigte sich von der Todesfalle gleich hinter der Lip auch ziemlich unbeeindruckt.

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Ben Raemers

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Eniz Fazliov

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Daan van der Linden

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Tim Rebensdorf

Eniz Fazliov – Frontside Blunt

[Photo: Jelle Keppens]

Eniz Fazliov – Frontside Blunt

Eniz Fazliov – Frontside Blunt [Photo: Jelle Keppens]

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Pfangles

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Jelle Keppens

Der zweite Spot gab sich kaum weniger riskant. Eine Mauer wurde durch eine aufgeklebte Metallkante und einen kleinen Kicker zum Curb umfunktioniert, bot hinter sich allerdings eine ebenfalls nicht zu verachtende Fallmöglichkeit, eine Treppe hinunter in ein schwarzes Loch. Knochenbruchpotential auf jeden Fall vorhanden. Aber auch hier gab es keinerlei Verletzte zu beklagen. Lediglich der harsch zurückgekehrte Winter forderte mit seiner Kälte Tribut.

Daan van der Linden – Backside Overcrooked

[Photo: Jelle Keppens]

Dan van der Linden – Overcrooked

Daan van der Linden – Backside Overcrooked [Photo: Jelle Keppens]

Plötzlich wurde es aber dann wieder hitzig, denn Chris Pfanner hatte einen neuen Spot entdeckt und lieh sich kurzerhand eine Flex bei einem gerade reifenwechselnden Arbeiter, der dort seine Werkstatt eingerichtet hatte und schnitt damit zwei Geländer ab, um so ein in etwa fünf Meter Höhe befindliches Flatgap fahrbar zu machen, das er dann auch nach allen Regeln der Kunst zerlegte.

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Chris Pfanner

Die Industrieästhetik machte es zu einem perfekten Motiv für den Fotografen Jelle Keppens. Ein durchschnittliches Stadt-Streetgap mit dem Rolltor von Getränke Hoffmann im Hintergrund stinkt dagegen einfach nur ab.

Daan van der Linden – Frontside Flip

[Photo: Jelle Keppens]

Daan van der Linden – Frontside Flip

Daan van der Linden – Frontside Flip [Photo: Jelle Keppens]

Abschließend ging es dann hoch hinaus bis ins oberste Stockwerk des Gebäudes, wo man über eine wacklige Gitterrostbrücke erst einmal unter der Decke entlang quer durch eine riesige Halle gehen musste – den gefühlten 20 Meter Drop immer vor Augen. Es kam ein wenig "Herr der Ringe"-Feeling auf, als die Heldentruppe über die Brücke des Todes wandelte.

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Der Spot war dann nochmal eine Quarter, die vor eine große, quadratische Aussparung in der Außenwand betoniert worden war. Auch hier hätten zu schnelles Anfahren oder ein Kieselstein zur falschen Zeit (und es lagen trotz Kehrens immer noch mehr als genug davon herum) einen Köpper ins Jenseits bedeuten können, doch wie schon gehabt, waren es nur Boards, die am Ende vom Vordach geholt werden mussten.

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Philipp Reinhard

Tim Rebensdorf – Pivot

[Photo: Philipp Reinhard]

Philipp

Tim Rebensdorf – Pivot [Photo: Philipp Reinhard]

Die Zementfabrik ist ein unglaublicher Spielplatz, der den Spuren von Graffitis und Platzpatronen nach zu urteilen, von unterschiedlichsten Gruppierungen genutzt wird.

Mit mehr Zeit und Unmengen mehr an Beton, könnte man sich darin auch noch zig andere großartige Spots zusammenbauen, aber wir waren äußerst zufrieden mit der Ausbeute, die wir an einem Tag machen konnten. Und weiteres Bauen hätte eh keinen Sinn, da dass Zementwerk kurz vor dem Abriss steht. Wenigstens war es durch das Projekt noch ein letztes Mal ganz in seinem Element.

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