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Where is the Love?

Wir alle haben es auf Instagram mitverfolgt, wie langsam die Bauzäune aufgestellt wurden und es letzte Sessions bei Schneetreiben gab. Nun ist endgültig Schicht – der Love Park in Philadelphia wird umgebaut und Skateboarding verliert damit einen seiner größten Spots. Zu viel an Skateboard Geschichte ist dort über die Jahre passiert, als dass man es an dieser Stelle in kurzen Worten nacherzählen könnte. Wir schicken lediglich einen Abschiedsgruß an den Spot und haben dafür zwei Jungs gefragt, die seine Geschichte mitgeschrieben haben. Brian Wenning, der die frühen Tage erlebt hat und Sabotage Filmer Ryan Higgins, der dort die letzten Jahre mit prägte, erzählen von ihren besten Erinnerungen an den Love Park.

Ryan Higgins

Ich werde niemals den Tag vergessen, an dem Ishod Wair den Frontside Bigspin das Love Gap gemacht hat. Er hat ein paar Versuche gemacht, es haben sich Menschentrauben gebildet und dann kamen plötzlich Fahrrad–Cops und haben uns alle gekickt. Wir haben das Grundstück die ganze Zeit beobachtet und als die Cops wieder weg waren sind wir direkt wieder drauf gegangen. Ishod hat den Trick noch ein paar mal versucht, sich dabei seinen Ringfinger verknackst und sich einfach weiter runtergeschmissen. Dann kamen wieder die Fahrrad Cops und haben eine ganze Weile Stellung gehalten, sodass wir dachten es sei vorbei. Ich weiß noch, dass wir mit dem Auto weg sind und zu einem anderen Spot, weil Ishod an dem Tag noch was filmen wollte. Dann haben wir einen Anruf von einem der Homies am Love Park bekommen und der hat gesagt die Cops hätten begriffen, was da gerade das Love Gap runter ging. Die haben sich dann dazu entschieden für 15 Minuten wegzugehen und haben kurz beide Augen zugedrückt, damit er den Trick landen kann. Sowas passiert nicht so häufig am Love Park. Wir sind dann alle schnell zurück, haben uns in Position gebracht und er hat es weiter versucht. Dann ist sein Board gebrochen, aber er hat sich ein anderes geschnappt und sich recht schnell an das fremde Board gewöhnt. Nach einer Hand voll Versuchen ist er perfekt ausgefahren. Zu sehen, was er an dem Tag durchgemacht hat um den Trick zu Landen war auf jeden Fall einer der großartigsten Momente im Skateboarding, die ich je erlebt habe.

Lovepark

Brian Wenning

Im Februar 2002 gab es Gerüchte, dass der Love Park bald geschlossen werden sollte, das war also eine große Motivation noch so schnell wie möglich einen NBD abzuhaken. Ich habe eigentlich gar nicht geplant den Switch Backside 180 das Love Gap zu machen. Ich erinnere mich noch an den Tag als wäre es gestern gewesen, obwohl es schon ungefähr 14 Jahre her ist. Im Februar, ziemlich nah am heutigen Datum. Die Nacht zuvor war ich ein bißchen was trinken in Philly. Ich war nicht alt genug dazu und habe mir deshalb den Ausweis von Kerry Getz geliehen. Damit hab ich mich also auf den Weg in die Stadt gemacht, gemeinsam mit Ian Reid aus NYC. Es war ’ne entspannte Nacht, wir haben Grand Manier mit Ananassaft und ein paar Heinekens getrunken, es ist nichts Krasses passiert, was für uns schon fast schockierend war.

Am nächsten Morgen bin ich also ohne Hangover wach geworden und habe mich aus irgendeinem seltsamen Grund großartig gefühlt. Mein Setup hat sich perfect angefühlt, meine Klamotten haben perfekt gepasst, Scheiße, selbst das Duschwasser hatte die perfekte Temperatur. Ich habe mich krass selbstbewusst gefühlt und mit dem Gedanken gespielt, den Switch Backside 180 das Gap runter zu machen. Erst bin ich so drei Minuten Flatground geskatet, dann zu den Brunnenledges und den Dreierstufen. Ich hab ihn ein paar Mal die Dreier gemacht. Was für ein verdammt geiles Warmup, von Dreierstufen zum Love Gap! Super Idee, oder? Ich weiß noch, dass ich „Es“ immer noch gefühlt habe. Ich hoffe das ich „Es“ nochmal irgendwann fühle oder sogar herausfinde, was „Es“ ist…

I hope to one day feel "It" again or even find out what "It" is…

Vom Dreierset bin ich dann direkt zum Gap und hab das so richtig attackiert. Alle haben aufgehört zu skaten und mir zugesehen, wie ich meinen Körper zerstört habe. Nach ein paar Minuten fuhr ich schließlich einen Trick aus, den noch niemand gemacht oder binnen 14 Jahren überhaupt je versucht hätte. Das hat mich echt umgehauen und an dem Tag sind einfach immer weiter gute Dinge passiert. Ich habe das Transworld Cover bekommen, eine Doppelseite mit einer Sequenz für Habitat in der selben Ausgabe, $1500 Foto–Incentives und ich habe meinen Ender für das DC Video gefilmt – alles an einem Tag.

Bis heute habe ich keinen Trick mehr gemacht, der den Leuten so im Gedächtnis hängen geblieben ist, wie der Switch Backside 180. Damit wurden Leute auf mich aufmerksam, die sich vorher für mein technisches Curb-Skaten nicht so interessiert hatten. Kürzlich hab ich es noch einmal zum Love Park geschafft um dort ein leztes Mal abzuhängen, bevor er geschlossen wurde. Es war cool sich einfach wie ein alter Mann hinzusetzen und den Kids zuzusehen, wie sie den Brunnen skaten. Ich war wahrscheinlich der einzige in der Menschenmenge, der wusste, was die Kids durchmachen. Ihnen zuzusehen hat mir extrem gut getan, mehr als sie je ahnen würden. Der Grund dafür, dass ich die Story mit dem Switch Backside 180 ausgepackt habe ist, dass ich immer Respekt für den Love Park hatte. Ich habe nie mein durchgeknalltes Leben von New Jersey nach Philly gebracht. Ich bin nur wegen einer Sache zum Love Park gekommen: "To skate the best skate spot in the world!". Das war’s dann, Leute.

RIP LOVE PARK

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