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Trini Dresden

Das Ende einer Ära

Dresdens Skateszene hatte schon immer ein Platzproblem. Die alte Fläche am Trinitatisplatz hat sich da natütlich perfekt zum skaten angeboten. Die Dresdener Locals haben dann über die Jahre angefangen immer wieder zu betonieren und sich ihren eigenen DIY Parkt gebaut. Jetzt wurde dieses Stück "Kulturgut" der lokalen Szene abgerissen. Der local Steffen Krones war so gut und hat uns über die aktuelle Lage in Dresden aufgeklärt.

In den frühen 2000ern waren die Skate Hotspots der UFA Palast, der seit 2016 nicht mehr existierende Tunnel und der Trini. Damals noch ein Offizieller Skatepark. Auf einer großen privaten Brachlandschaft pachtete die Stadt eine kleine Fläche, die sie dann 2007 wieder abriss nach dem erfolgreich 450.000€ in ein Concrete Rudolph Park an der Lingner Allee gesteckt wurde. Die Obstacles am Trini waren weg aber die geteerte Fläche blieb. 2008 oder 2009 hatten dann die ersten Jungs keine Lust mehr auf den „Lingner" und fingen an sich am Trini selber Obstacles zu bauen. So entstand eine kleine DIY Bewegung in Dresden. Die Trinirats. Über die Jahre haben wir Sachen gebaut und tot geskatet, Dinge wurden Mutwillig zerstört, wieder neu aufgebaut und erweitert. Viele Sachen wurden ohne Betonmischer und lediglich mit Schaufel und Gießkanne am Boden zusammen gehackt. Das war unglaublich schweißtreibend und wir haben für manche Ramps dadurch bis zu 3 Jahre gebraucht. Der Spot war verdammt rough. Oft lagen Scherben über den Spot verteilt. Ein Bail war immer gleich Blut, Schmerz und Zerstörung.

"Der Spot war verdammt rough!"

Vor drei Jahren kamen das erste Mal ein paar Bulldozer auf die Brachlandschaft und wollten alles Platt machen. Da konnten wir noch Kontakt zur Eigentümerin aufnehmen und das Schlimmste verhindern. Dieses Jahr kamen sie wieder. Das Gleiche Abrisskommando. Wir sprachen mit den Bauunternehmern und versuchten die Eigentümerin (dieses Mal im Namen unseres 2-4-8 Wheels  Vereins) umzustimmen und ihr ein Konzept vorzulegen. Das Hauptproblem war wohl der anfallende Müll um den die Eigentümerin verpflichtet ist sich zu kümmern. Der Sondermüll (Graffiti Dosen, Entsorgter Haushaltsmüll der Anwohner wie Kühlschränke, etc) allein kosteten die Eigentümerin wohl jährlich 10.000€. Seit drei Jahren versuchten wir unseren Teil der Fläche sauber zu halten und den Müll einzusammeln. Aber das hat nichts gebracht. Dieses Mal brachten auch alle anderen Bemühungen nichts. Am 15.11.2018 nach dem die Sonne untergegangen ist und alle Skater vom Platz verschwunden sind, rollten die Bagger auf die Fläche und legten los. In etwa 2h machten die Maschinen 10 Jahre Arbeit dem Erdboden gleich. 

Tom – Backside Hurricane

Soloskatemag Trini Huricane

Tom – Backside Hurricane

Was da jetzt entsteht? Nix. Zumindest vor erst. Somit sind inzwischen 2 von 3 historischen Skate-Spots in Dresden Geschichte. Die Schuldfrage ist sicher so eine Sache. Jedes Jahr als Eigentümer einen 5 stelligen Betrag zur Instandhaltung einer Brachlandschaft zu zahlen ist sicher nicht ohne. Trotzdem wird es das Müllproblem auch in Zukunft geben - auch ohne Trini. Und was kann die Stadt dafür? Nichts. Ist ja nicht ihre Fläche. Die Stadt kann aber was dafür, dass wir keine Zeitgemäßen Ausweichmöglichkeiten haben und immer noch denkt, dass skaten irgendein unwichtiges Nieschenhobby wäre. Fuck ey mal ehrlich, es ist 2018. Skaten ist Olympisch. Und wir haben hier nichts außer baufällige Lego-Parks. Ich kann nur hoffen, dass Dresden uns irgendwann mal zuhört… 

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