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Sabrina "Puse" Göggel im Interview

Im positivsten aller Sinne ist Sabrina "Puse" Göggel mittlerweile schon als Skate-Oma zu bezeichnen, gemessen an der Zeit, die sie auf dem Board unterwegs ist. Alleine für Volcom fährt sie schon seit zehn Jahren und feiert das morgen mit einem Part. Passend dazu und zu unserer aktuellen Sarah Meurle Issue haben wir mit ihr gesprochen und auf die letzten Jahre zurückgeblickt. 

Wie kam es zu deinem Spitzname Puse?

Das müsste so in der achten Klasse ca. gewesen sein, als mich alle wegen meiner Größe immer „Stöpsel“ oder „Pupser“ genannt haben. Irgendwann hat sich dann eine Klassenkameradin mal versprochen und „Puse“ gesagt. Das war dann ganz witzig und seitdem bin ich Puse. Also eigentlich kommt der Name von meiner Größe.

Du hast  ja mit Cheers-Skateboarding deine eigene Brand ins Leben gerufen. Was brachte dich dazu? Gibt es da irgendwelche Hintergründe?

Also zu allererst mache ich das selber gar nicht mehr, ich habe das an meinen Vertreter aus Düsseldorf abgegeben. Ich habe das damals gemacht als die ganze Skateboard Branche ein wenig eingebrochen ist und angefangen wurde die Mädels aus den Teams zu werfen. Mich hat das einfach aufgeregt, dass für die Mädels so wenig getan wurden, ich meine Im Endeffekt braucht man ja auch gar nicht viel. Bevor ich aber anfange zu schimpfen, nehme ich so etwas aber lieber selber in die Hand. So entstand dann eben Cheers-Skateboarding.

Also ein reines Mädels Brand?

Genau, also ich hatte schon auch Jungs dabei aber primär was das für die Mädels gedacht. 

Wie war denn die weibliche Szene früher im Vergleich zu heute? Was hat sich da verändert?

Also heute wirkt das alles energischer und professioneller. Früher waren auf jeden fall viel weniger Mädels auf dem Board und es war eher so, dass man skaten geht und wenn man mal ein Mädchen getroffen hat, dann war das cool und man hat sich auch sofort verstanden. Ich persönlich fand den Zusammenhalt in der Mädels Skate Szene damals etwas besser.

Woran liegt es deiner Meinung nach, dass es mehr wurde?

Natürlich schon weil Skateboard fahren heutzutage ein bisschen attraktiver geworden ist. Ich meine, als ich damals vor 19 Jahren angefangen hab Skateboard zu fahren, da waren die Skater Heroin abhängig und Asoziale, dementsprechend hat dich auch jeder verjagt. Heutzutage wird Skateboard fahren einfach mehr akzeptiert. 

"Der Vater hat jetzt nichtmehr so ein Problem wenn seine Tochter skaten geht, sondern sitzt mit ihr im Park und schaut ihr dabei zu"

Hast du noch Kontakt zu alten Mitstreiterinnen wie Steffi Weiß oder Louisa Menke?

Also Kontakt so richtig nicht aber klar wenn wir uns mal sehen dann kommen wir alle super miteinander aus. Skateboard technisch haben wir aber nichtmehr viel miteinander am Hut. Mit denen von ganz früher, der Didi [Diana Kränsel] oder Lea Schairer versuchen wir uns dann doch schon einmal im Jahr zu treffen. Die haben uns auch letztens alle besucht, Laura [Kaczmarek] und Kim [Wibbelt] waren auch dabei. Wir wollen auch alle wieder etwas mehr zusammen machen.

Hättest du dir gewünscht, dass Frauen im Skaten schon vor Jahren mehr Aufmerksamkeit bekommen hätten oder findest du das cool dass das damals noch etwas Besonderes war?

Ich hätte mir schon gewünscht, dass damals mehr Mädels skaten und die Szene auch größer ist. Es ist schwer zu sagen aber ich fand halt damals die Mädels im Skateboarding einfach viel authentischer und selbstbewusster. Die Szene war einfach im Großen und Ganzen cooler obwohl es schon sehr wenige Mädels im Skaten gab. Es war einfach mehr Skateboard fahren und ging nicht nur darum Fotos für irgendwen zu machen oder möglichst viel Erfolg zu haben.

Wie hat sich denn dein Skaten über die Jahre verändert?

Aktiv Skate ich gar nicht mehr so viel, momentan eher sehr wenig. In den letzten Jahren habe ich auch ein paar anderer Sportarten für mich entdeckt, die mir viel Spaß machen. Dann habe ich auch noch einen relativ schweren Hund bekommen, der mich zeitlich sehr einschränkt. Naja ... und wenn man älter wird, dann muss man schauen, dass man seinen Scheiß auf die Reihe bekommt und kann nichtmehr acht Stunden am Tag auf dem Board stehen.

Was sind dass denn für andere Sportarten?

Ich fahre jetzt wieder ein bisschen aktiver Snowboard. Freeriden habe ich angefangen und im Paragliden mache ich auch gerade meinen Schein.

Mit welchen Gefühlen blickst du eigentlich auf das Limited Cover zurück?

Viele haben das damals falsch verstanden und den Gentsch angehauen, dass er sexistisch wäre. Das ist totaler Bullshit, da wir eigentlich einen Trick machen wollten, der dann nicht funktioniert hat, dann habe ich einen anderen Trick vorgeschlagen, bei dem Gentsch dann kein Foto machen wollte, da das nicht cool genug ausschauen würde. In der Not haben wir uns dann gedacht, dass wir irgend etwas witziges machen sollten. Gentsch wollte das Cover unbedingt mit mir machen und auch für das Interview habe ich mich dann richtig ins Zeug gelegt. Ich bin dann einfach nach Hause, habe mir ein paar alte Dessous geschnappt und das Foto gemacht. Damit wollte ich einfach zeigen dass wir Frauen im Skateboard fahren sind. Für mich war das eine Message, die ich so rüber bringen wollte. Leider haben das dann viele falsch verstanden und gesagt, dass es sexistisch wäre. Das fand ich etwas doof. Im Endeffekt war das meine Idee und es hat nichts mit Sexismus zu tun, sondern war einfach nur eine Sache in meinem Kopf, die ich auf eine witzige Art und Weise rüber bringen wollte. Ich bereue es nicht aber im Nachhinein hätte ich es vielleicht schon etwas anders gemacht.

Und bei der Mission Tour als du nackt das Gap geolliet hast?

Naja, das war eine Aufgabe und irgendjemand hätte es ja sowieso gemacht. Ich meine ich konnte ja nicht einfach einen Treflip ein riesen Set runter schmeißen oder so. Von daher habe ich einfach viele Party Aufgaben gemacht und skate technisch halt das was ich konnte. Das war einfach mega nice und lustig. Es kam ja auch nie schlecht an, da es einfach die Aufgabe war. Was soll’s?

Wie war das damals mit der Volcom Truppe unterwegs zu sein, mit Eumel und der ganzen Bande. Da gibt’s doch sicher haufenweise Stories.

What happened on tour, stays on tour. Es gibt einige witzige Stories aber das sind alles Sachen, die in unserer Erinnerung bleiben und das schweißt uns auch heute noch zusammen und das ist auch gut so. Mit Eumel hab ich noch Kontakt und wollte ihn jetzt auch demnächst besuchen. Das war einfach eine richtig coole Zeit.

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