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Photographer Portfolio: Martin Schumann

Martin Schumann ist aktuell mit der Bachelor Arbeit seines Kommunikationsdesign Studiums an der Fachhochschule in Potsdam beschäftigt und trainiert nebenher seine Illustrations-Skills mit Griptape-Artworks. Wir sind allerdings durch seinen tumblr-Blog auf ihn aufmerksam geworden, auf dem er analoge Bilder veröffentlicht, die ein besonderes Gespür für Momente und Stimmungen erkennen lassen. Gelegentlich tauchen darin auch bekannte Gesichter aus der Skateszene auf.

[Interview: Stefan Schwinghammer]

Martin, du studierst Kommunikationsdesign. Was sind dabei deine Schwerpunkte?
Also ich hatte im Studium auch Fotografie, allerdings nur ein Semester und sonst ist mein Schwerpunkt Illustration. Im Prinzip sind das meine zwei Leidenschaften.

Du hast auch für Inpeddo ein Deck entworfen.
Max Ritter hatte meine Sachen gesehen und hat mich gefragt ob ich Bock hätte. Es war für mich gut einen Einblick zu bekommen, weil ich im Skateboarding gerne als Grafiker arbeiten möchte.

Was war die Idee hinter dem Board?
Ich wollte einfach eine Message an die Longboard Szene verteilen. [lacht]

Und deine Griptape Sachen, wie bist du zu denen gekommen und machst du das auch für Kollegen?
Ich mach das eigentlich schon immer, einfach auch Spaß, damit es nicht so nackt aussieht auf der Oberseite und auch um meinen kreativen Output raus zu lassen. Aber ich mache das eigentlich nur für mich selbst.

Und was machst du abseits von Skateboarding noch für Arbeiten?
Um ehrlich zu sein gar nicht so viel. Ich habe jetzt mal für ein Magazin für Autisten und ADHSler Illustrationen beigesteuert. Sonst beschäftige ich mich gar nicht so wahnsinnig viel mit Design. Ich verfolge halt viele Blogs und guck mir an was so passiert, aber ich mache meine Grafiken und Illustrationen eher für mich, um in Übung zu bleiben und weil es mir Spaß macht.

Du willst aber später in Richtung Skateboarding arbeiten?
Ja, ich würde mir wünschen entweder für ein Skate Magazin zu arbeiten oder als Illustrator oder Grafiker bei einem Klamottenlabel oder einer Skatecompany.

"Ich will halt diesen einen Moment haben und wenn der nicht gepasst hat, war ich zu langsam"

Was interessiert dich im Skatebereich gerade am meisten, was findest du grafisch spannend?
Mir gefallen schon seit sehr langer Zeit die Arbeiten von Evan Hecox mit am besten, also die Chocolate Klassiker, weil es einfach so zeitlose Sachen sind, mit einer sehr schönen Farbigkeit. Manchmal finde ich auch ein bisschen mutigere Sachen spannend, wie bei Fucking Awesome oder Quasi, was schon ziemlich fancy ist und wo es auch auf Veredelungen und andere Materialien mit ankommt, wie z.B. das AVE Board mit Terminator Wechselbild.

Zum Thema Fotografie: Du hast ja einen klar zu erkennbaren Stil. Wie ist es dazu gekommen?
Zur Fotografie gebracht hat mich ein Kumpel, Felix Schaper, der hat jetzt auch vor einer Weile das Klamottenlabel FUTUR gestartet. Der hat mich dazu inspiriert und dann habe ich angefangen mit einer alten analogen Spiegelreflex Kamera von meinem Opa. Aber damals habe ich nur so rumgeknipst und wusste noch nicht richtig was mich interessiert. Durch das Studium wurde ich an Leute herangeführt wie Joel Sternfeld, Bruce Gilden oder Martin Parr, das sind Fotografen die mich geprägt haben. Ich wollte unbedingt weiter analog fotografieren und bin halt drangeblieben und hab jetzt eigentlich immer eine Kamera dabei. Mein Hauptinteressengebiet ist Street-Photography. Ich versuche ungestellte Situationen von Leuten im Alltag einzufangen, weil es auch eine krasse Herausforderung für mich ist, da ich sonst eher zurückhaltend bin. Du kennst die Leute nicht und musst dich ihnen nähern, musst versuchen ein gutes Foto hinzubekommen und kannst dann auch nicht irgendwie 100 Meter weg stehen sondern musst in diese Comfort-Zone eindringen. Das finde ich extrem spannend.

Mit welcher Kamera bist du unterwegs?
Ich habe momentan zwei die ich regelmäßig benutze. Eine Yashica T4 Kompaktkamera, die haben ziemlich viele Leute und die nehme ich auch auf Partys mit. Wenn ich tagsüber unterwegs bin und gezielt Fotos mache, dann nehme ich meistens meine Olympus 35 RC, das ist eine ganz kleine Rangefinder Kamera und die ist schön leicht und schön leise.

Hast du auch mal Digitalkameras ausprobiert oder hast du da gar keinen Bock drauf?
Ich habe digital bisher nur aus dokumentarischen Zwecken benutzt, wenn ich was für das Studium fotografiert habe, irgendwelche Hefte oder Broschüren. Aber draußen kommt es eher selten vor, dass ich eine digitale Kamera benutze. Das ist vielleicht eine ästhetische Frage, aber mich reizt es einfach nicht. Mich reizt beim Analogen eher der Prozess, dass man sich sicher sein muss was man fotografiert, wie man es fotografiert und dass man dem Ganzen nach Möglichkeit nur eine Chance gibt und nicht irgendwie 20 Schüsse und dann das Beste raussuchen, sondern den Moment abwarten. Ich will halt diesen einen Moment haben und wenn der nicht gepasst hat, war ich zu langsam. Der Effekt kommt dann auch besser rüber für den Betrachter.

Was sind deine Lieblingsmotive?
Momentan fotografier ich am liebsten Menschen. Ich freu mich wenn ich mal eine Stunde mit dem Fahrrad irgendwo hinfahre und dann ergibt sich eine persönliche Situation, die ich so nicht hätte vorhersehen können. So was finde ich am spannendsten und so ein Foto kann man natürlich nicht planen. Wenn so was mal nicht vorkommt freu ich mich auch über minimalistische grafische Motive oder wenn ich ein besonders schönes Auto rumstehen sehe. Wenn ich mit Kumpels Streetskaten gehe mach ich schon gerne auch mal ein Foto, aber das ist halt nicht wo ich mit Fotografie hin will. Also Skateboardfotografie ist nicht mein Hauptinteresse.

Mit welchen Jungs bist du eigentlich unterwegs wenn du skaten gehst?
Mit Yannick [Schall] ziemlich viel und mit Toni oder auch Disko Toni genannt, das sind so meine zwei Haupthomies und Paul Röhrs und Giorgio Armani. Nico Kasterke, der auch das Favorite Video gemacht hat, ist auch ein guter Freund von mir.

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