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Nizan Kasper – UnaloWe Interview

Fast hätte die Premiere des neuen Stanley We Videos "Unalowe" abgesagt werden müssen, denn am Tag vor der Premiere rauchte der Rechner von Filmer Nizan Kasper ab und erst die PC Feuerwehr konnte im letzten Moment noch helfen. Es wäre auch zu schade gewesen, wenn die große Premierenparty, die die Jungs organisiert hatten, ins hanseatische Wasser hätte fallen müssen. Was es sonst noch für Probleme während der Videoproduktion gab, z.B. mit Batterien, das haben wir Nizan selbst gefragt.

Hi Nizan, was machst du gerade?

Ich hab Semesterferien und arbeite ab und zu.

Arbeitest du im Videoschnitt oder machst du einfach irgendwelche Jobs?

Ne, nur irgenwelche Jobs. Ich versuche film-mäßig nur das zu machen, worauf ich wirklich Bock habe. Das sind dann meistens Sachen, mit denen ich kein Geld verdiene. [lacht]

So ist das leider oft im Skateboarding. Wie lange habt ihr denn jetzt am Video gefilmt?

Das waren ungefähr drei, vier Jahre. Aber zur Hälfte der Zeit hat sich das Kamera Equipment verbessert, sodass wir ganz viel alte Footage rausgeschmissen haben. Dadurch waren es im Endeffekt eher zweieinhalb Jahre.

"Ohne Skatevideos, hätte ich nie gelernt beim Schneiden so ein Feeling für Rhythmus zu bekommen und ohne die anderen Dinge hätte ich nicht meinen Stil im Skate-Schnitt gefunden"

Mit welcher Kamera hast du gefilmt?

Das Meiste mit einer Panasonic HVX. Dann hatten wir auch noch eine Spiegelreflex mit Fisheye und so eine ganz alte Digicam. Ich wollte halt so HD vs. Low-Def bzw. beides kombinieren. Das ist so ein bisschen das Konzept, dass die Styleshots in schlechterer Qualität sind, dafür aber die Farben bearbeitet und die Skatefootage ist eben in HD.

War das von vornherein das Konzept oder hat sich das beim Filmen ergeben?

Das hat sich so entwickelt, dadurch dass ich viel herumexperimentiert habe mit kleineren Kameras und schlechten Auflösungen. Zu Anfang hatte ich den HD Camcorder ja auch noch gar nicht und zu der Zeit stand auch die Bewerbung für die Kunsthochschule bei mir vor der Tür. Da habe ich schon viel mit dieser kleinen Digitalkamera gearbeitet und gesehen, dass die irgendwie einen Super 8 Look hat.

Nizan Kasper

Nizan Kasper

Ich finde das Video ist extrem gut geworden. Liegt das auch daran, dass du jetzt eben Film studierst? Oder was genau studierst du?

Ich studiere an der Kunsthochschule mit Studienschwerpunkt Film. Das ist alles sehr sehr frei. Wir kriegen gar keine Aufgaben und haben auch keine Anwesenheitspflicht. Aber was die Inspiration angeht ist es schon ziemlich geil. Einfach mal links und rechts zu gucken und vor allen Dingen auch, dass eigene Experimente honoriert werden, wie das mit der alten Kamera. Das ist schon viel wert.

Machst du dann für das Studium auch Arbeiten aus dem Skateboarding-Bereich?

Da mache ich eigentlich andere Sachen. Eher so Bildexperimente oder Experimentalfilm. Da taste ich mich heran. Die Bewerbung hat beim ersten Mal nicht geklappt und da habe ich auch Skatefilme mit abgegeben. Dann war ich bei der Mappenberatung und dort wurden Skatevideos ein bisschen verpönt. Dadurch habe ich dann relativ schnell gemerkt, dass das einfach nicht so passt. Ich bin auch cool damit und finde es ganz gut für mich, die beiden Welten zu trennen. Die gleichen sich auch super gut aus. Ohne Skatevideos, hätte ich z.B. nie gelernt beim Schneiden so ein Feeling für Rhythmus zu bekommen und ohne die anderen Dinge hätte ich nicht meinen Stil im Skate-Schnitt gefunden.

Warum war Skateboarding an der Kunsthochschule verpönt? Hat denen der künstlerische Aspekt gefehlt, weil man ja nur sportliche Aktivitäten abfilmt?

Die spüren halt nicht so wirklich diese Passion dahinter, die Skater nun mal kennen. Im Film muss der Einsatz von Musik z.B. immer einen Grund haben. Wenn man jetzt einfach so ein Lied verwendet um eine Stimmung zu vermitteln, wird das nicht so gerne gesehen. Das ist einer der größten Punkte. Auch dieses Tricks filmen und aneinanderreihen kommt dann nicht so wirklich zum Punkt. Natürlich kann man das nicht verallgemeinern. Ich bin auch kein Freund von dieser Meinung.

Du hast gesagt, dass du aus dieser anderen Welt auch Inspiration ziehst. Was hat dich inspiriert?

Also, ich weiß nicht ob man den Namen jetzt kennt, aber ich mag Chris Marker sehr. Das ist ein Experimental- und Dokumentarfilmmacher. Stan Brakhage finde ich cool aber auch David Lynch oder John Cassavetes feiere ich total.

Was hat dich an Skatevideos als letztes geflasht?

Ich feier diesen Typen Antosh Cimoszko. Ich glaube der kommt aus Kanada. Und Johnny Wilson feier ich, sowie die Bronze und Palace Videos. Aber aus Deutschland würde ich sagen die Europe Videos.

Wir hatten ja schon kurz über Musik in Film gesprochen. Du hast relativ viel Techno Songs drin. So viele, dass du es sogar im Video extra entschuldigend erwähnst. Wie kamst du zu dieser Musikauswahl?

Techno ist in unserem Freundeskreis einfach die Musikrichtung. Die Hälfte der Crew sind DJs und wir sind am Wochenende immer zusammen unterwegs. Ich musste wirklich bemühen, nicht zu viel rein zu machen. Im Moment flashen mich auch so 80er Post-Punk Tapes. Eher Musik die man heute vielleicht beim Stöbern auf YouTube findet, die damals in den 80er irgendwo in einer Garage entstanden sind.

"Wir haben uns alle auf einem Thailandtrip vor vier Jahren das gleiche Tattoo stechen lassen und das ist angelehnt an ein Zeichen das Unalome heißt"

Ich habe auf Instagram gesehen, dass ihr einige Meetings zum Video hattet. Hatte die Crew Mitspracherecht beim Schneiden oder hast du das alles selbst übernommen?

[lacht] Also beim Schneiden nicht so. Klar, es gibt immer Wünsche und Vorlieben was Tracks oder Trickauswahl angeht, aber da habe ich mir dieses Mal ziemlich große Freiheit gelassen. Die Musik habe ich eigentlich komplett selber ausgewählt und die Tricks  zum größten Teil auch. Die Jungs vertrauen mir da auch mittlerweile total. Wichtig finde ich, dass man auf jeden Fall versucht die Leute glücklich zu machen aber, wenn zu viele Hände drinstecken, wird das halt so ein Wirr-Warr. Ich finde da sollte schon eine Person die Oberhand haben. Wir wollten halt zur Premiere ein geiles Event machen und wollten auch, dass alles glatt läuft. Deswegen haben wir uns getroffen, weil es immer was zu tun gab und Aufgaben, wie Plakate drucken, verteilt werden mussten.

Ihr habt das richtig dick aufgezogen. Ich habe gesehen 500 Leute waren da.

Unser letztes Video ist vier Jahre her und da haben wir das in einem kleinen Club an der Schanze gemacht. Da hatten wir gar nicht so viele Leute erwartet und dann kamen 250 und der Laden war komplett überfüllt. Die Leute konnten das Video schlecht sehen und wir waren auch nicht so zufrieden mit den Gastgebern des Ladens. Dadurch, dass wir jetzt so viel Arbeit in das Video gesteckt haben, war es natürlich wichtig, dass der Abend glatt läuft. Da haben wir gesagt: „Ok, wir nehmen einen Laden der auf jeden Fall groß genug ist und pumpen Geld aus der eigenen Tasche rein.“ Wir hatten Techniker und Türsteher am Start, sodass wir selber diesen Abend auch genießen konnten.

Cool dass es so abging, denn in letzter Zeit hat man gefühlt nicht mehr so viel aus Hamburg gehört. Geht da weniger als schon mal ging? Oder wie ist die Stimmung?

Die Stimmung ist gut. Eigentlich ist viel passiert, der Lobby Skateshop hat neu aufgemacht, es gibt mehrere kleine Companies, wie Morphium und Via, und die Szene ist eigentlich auch groß und aktiv. Was vielleicht das Ding ist, warum man so wenig mitbekommt, es gibt wenig aktive Fotografen oder Filmer.

Das ist echt so, dass es manchmal nur an einer Person, einem Fotografen fehlt, und eine Stadt verschwindet vom Radar.

Cool ist, dass der Philip vom Lobby Skateshop sich jetzt eine Kamera geholt hat und viel losziehen will.

Hat der Lobby Shop auch nochmal neuen Wind gebracht, so wie der SHRN das in München geschafft hat?

Ja, das ist unsere Base, da treffen wir uns jeden Tag und Philip ist immer voll aktiv und organisiert Events. Da haben wir nach der großen auch noch mal eine kleine Premiere im Skateshop gemacht. Der hat Bock und kümmert sich um seine Teamfahrer. Im Moment läuft’s richtig gut.

Habt ihr denn jetzt schon was Neues geplant?

Wir machen ein Lobby Skateshop Video und ein Via Video und Stanley We sowieso immer.

Wieso heißt das Video eigentlich Unalowe?

Also wir sprechen das aus wie StanleyWe – UnaloWe. Wir haben uns alle auf einem Thailandtrip vor vier Jahren das gleiche Tattoo stechen lassen und das ist angelehnt an ein Zeichen das Unalome heißt. Wir haben ewig an einem Namen rumüberlegt und hatten irgendwann die Idee und das passt ja ganz gut, weil ich auch viel Zeichen eingebracht habe.

Stimmt, bei den Intros hast du immer mit Zeichen gearbeitet.

Genau, ich hab ganz viel gesammelt, von Trips oder von irgendwelchen Einkaufsbons Codes oder Recycling Sachen eingescannt und abgewandelt. Die Zeichen bei den Grafiken haben dann jeweils eine Bedeutung für den Fahrer. Bei Lars White sind’s Handschellen und eine Batterie, weil er fast in den Knast gekommen wäre, weil er ein Paket Batterien gezockt hat.

Das muss aber ein großes Paket gewesen sein, wenn man dafür in den Knast kommen kann.

Jaa, er ist irgendwie im Supermarkt erwischt worden und wollte dann wegrennen und beim Wegrennen hat er den Verkäufer mit seinem Arm unglücklich gestriffen, dann ist die Brille runtergeflogen, der hatte eine Platzwunde am Kopf… Im Endeffekt ist aus dieser kleinen Aktion irgendwas mit Raub geworden.

„Unglücklich gestriffen“, ist eine geile Formulierung.

Er hat das so gesagt, als er mir das erzählt hat. [lacht] Er hat sich halt irgendwie mit seinem Rucksack losgerissen und der Typ hat versucht ihn zu erwischen und ist dabei hingefallen. Aber eigentlich ist er ein lieber Kerl, auch wenn sein Part böse aussieht.

Für Rumble in the Jungle wart ihr in Asien. Jetzt ist, bis auf zwei, drei kleinere Trips eigentlich alles in Hamburg gefilmt. War das Absicht?

Das war auf jeden Fall Absicht, weil wir mit dem Video Hamburg ordentlich pushen wollten. Wir haben ja auch einen acht Minuten Friends Part. Da ist natürlich das Wichtigste, dass die meiste Footage aus Hamburg kommt, aber es lag halt auch am Budget. Damals hatten wir glücklicherweise alle Geld und keine Job- oder Studienverpflichtungen und konnten zu zehnt nach Thailand. Jetzt sind wir alle Mitte 20 und hatten nicht alle auf einmal so viel Zeit.

Ich mag das auch, wenn nicht zig Reisen im Video sind und da noch Barcelona und Mallorca und was weiß ich auftauchen und man Tricks an Spots sieht, die von den krassesten Pros eh schon komplett zerlegt wurden. Das macht ein Video oftmals mehr kaputt.

Das finde ich auch. Die Footage muss miteinander harmonieren.

Möchtest du zum Schluss noch jemanden grüßen?

Ich möchte mich bei meinen Jungs von der Stanley We Crew bedanken, bei meiner Freundin, Via Skateboards, dem Lobby Skateshop, Wayward, 24/7, Pascal Schmidt und natürlich euch.

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