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Jan Hoffmann

On a fun movement

Immer wieder schön zu sehen, wenn neue Talente aus dem Boden sprießen. Man denkt, man kennt sich aus, weiß gerade hierzulande genau bescheid und dann steht plötzlich ein Junge namens Jan Hoffmann vor der Tür und möchte mitspielen. Sehr gerne. Insbesondere, wenn er etwas Neues mitbringt; seien es irgendwelche Boneless-Variationen, Justin-Bieber-Griptape-Artworks oder einfach nur eine gewisse Unbekümmertheit, die man in Deutschland vielleicht nur besitzen kann, wenn man zehn Jahre in Dubai gelebt hat.

Seit einem Jahr ist er wieder in good old Germany, trägt immer noch kurze Hose und verbreitet bei allen, die ihn auf dem Skateboard sehen oder seinen Youtube Channel abonniert haben, mächtig gute Laune. Welcome back!

Jan Hoffmann – Gap to Lipslide

Gap to Lipslide

Hi Jan. Du bist bekannt für deine kurzen Hosen und Tennissocken, warum skatest du fast nie mit langem Beinkleid?

Naja, ich bin zwar in Freiburg geboren, aber nach meiner ersten Klasse sind wir nach Bangkok und ein Jahr später nach Dubai gezogen, weil mein Vater hier einen Job bekommen hat. Also habe ich in kurzen Hosen angefangen zu skaten. Ich bin nur im Sommer, wenn es in Dubai zu heiß war, für zwei Monate in Deutschland gewesen und da dann natürlich auch in Shorts geskatet.

„P-Rod hat direkt gesagt: "Wachs doch mal die Ledges da ein." Dann hat der Security Guard die Ledge eingewachst.“

In den letzten Jahren gab es ja auch einige Touren in Dubai…

Ja, letztens war Ty Evans mit den ganzen Amis hier, um für diese Mega-Produktion „We are blood“ zu filmen und ich habe mit einem Freund den Spotguide gespielt. Das war ziemlich krass. Der Sohn vom Scheich hat denen so ’ne Mediacard gegeben, damit die skaten können, wo sie wollen. Die haben die Karte dann den Leuten, die für die Gebäude zuständig sind, gezeigt und durften alles machen, was sie wollten. Wir waren mal auf der Terrasse eines Hotels und da gab es mega geile Ledges. Natürlich kam direkt der Security, aber nachdem er die Karte gesehen hat, hat der sich erst mal entschuldigt und gefragt, ob er irgendwie helfen kann. P-Rod hat direkt gesagt: „Wachs doch mal die Ledges da ein.“ Dann hat der Security Guard die Ledge eingewachst. Die waren sogar im Burj Khalifa skaten, dem höchsten Gebäude der Welt. Da gibt es wohl ein 11er Rail, an dem die eine zwei Stunden Session gefahren sind, als draußen ein Sandsturm war. (lacht) Die konnten sich jeden Tag auf Kosten des Scheichs Essen liefern lassen oder mit seinen Ferraris fahren. Aber da haben sie drauf geschissen und den riesigen Tourvan genommen, da haben die alle reingepasst und das waren irgendwie 15 Leute oder so.

Wieso die Extrabehandlung?

Der Sohn vom Scheich findet das cool, weil die Prinzessin skatet. Ich habe mal Skatekurse gegeben und da war sie auch dabei. Das war manchmal etwas scary, weil die mit ihren fünf Kindermädchen vorbeikam, die nur da sind, um die ganze Zeit aufzupassen, dass sie keiner anfasst und böse zu gucken.

Wie war es denn mit Ty und seiner Crew?

Manchmal habe ich mich abgesetzt, denn wenn einer anfängt, einen Trick zu filmen, müssen sich alle hinsetzen und chillen, bis der Trick im Kasten ist, weil man nicht im Shot sein darf. Also wenn man selber skaten wollte, war das nicht das Richtige. Das war straight Business. Ty Evans hat mit Fisheye und zwei andere Filmer haben Longlens gefilmt, aber bei jedem Trick waren eigentlich immer zwei GoPro Helikopter in der Luft und ein Auto mit einer Moving-Camera unterwegs. Praktisch sechs Angles für jeden Trick. Ich fand es geil die Spots zu skaten, die man vorher nie skaten durfte, aber mediatechnisch war es mir echt zu krass. Wir durften auch keine Fotos und Videos machen, also habe ich das versteckt gemacht. (lacht) Ich wollte halt die Spots fotografieren.

Jan Hoffmann – Tailbash
Tailbash

Ich hab das Gefühl, dich schon ’ne Weile zu kennen, weil ich auf einen Youtube-Kanal von dir gestoßen bin. Gehören Handy-Clips für dich dazu?

Auf jeden Fall. An dieser Stelle Shoutout an Pakiplatypus und Sk8forh8, bald gibt es wieder ein neues Video! Wenn ich nach dem Skaten nach Hause komme, schaue ich oft Videos oder schneide, was auch cool für die anderen ist. Wir haben halt Spaß beim Skaten, filmen es, schneiden es und können uns für immer daran erinnern, wo wir so waren. Wie ein Videotagebuch. Wir filmen meistens eher funny Stuff, oder wenn einer einen neuen Trick lernt. Das mache ich, seitdem ich 15 bin. Mit iMovie ist das ja nicht kompliziert. Gar nichts im Vergleich zu Final Cut. Ich weiß natürlich, dass es durch Typen wie mich unendlich viele Clips online gibt, aber eigentlich ist es doch gut, dass man jetzt viel mehr von anderen Szenen, aus anderen Ländern verfolgen kann. Zu sehen, was andere Skater motiviert, pusht mich auch. Für mich ist es ein Vorteil, dass andere Leute sich vernetzen und ausdrücken können. Auch gerade jetzt, weil ich immer noch sehen kann, dass meine Leute in Dubai immer noch ihr Ding machen.

Das komplette Interview mit Jan gibt es in SOLO #1

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