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Tony Hawk Interview

Selbst wenn deine Oma nix mit Skateboarding am Hut hat (was sehr wahrscheinlich ist), Tony Hawk könnte sie kennen. Er ist mittlerweile quasi eine ikonische Figur, wie Super Mario, schließlich hat er sich nicht nur mit dem 900er, sondern auch seiner eigenen Videospielreihe ein Denkmal gesetzt. Wir haben Mr. Hawk auf Birdhouse-Tour in München getroffen.
Der Neue Tony Hawk’s Pro Skater Teil kommt bald raus – was können wir erwarten?
Es geht auf jeden Fall zurück zu den Wurzeln der ersten vier Spiele, die wir gemacht haben. Mit ähnlichen Challenges und gleicher Steuerung, aber natürlich alles auf dem neusten technologischen Standard. Der größte Unterschied in diesem Teil ist, dass wir die online Community nutzen können. Die Leute können selber Skateparks bauen, sie online teilen und Leute aus aller Welt einladen, um sie zu skaten. Das ist eine Sache, die wir bisher noch nicht machen konnten, weil die Technologie noch nicht so weit war.
Also ist es im Prinzip dasselbe Gameplay wie damals?
Yeah, es ist ungefähr das gleiche Gameplay und die gleiche Steuerung. Es gibt wieder zwei minütige Challenges, man muss S-k-a-t-e sammeln und Combos machen… Es geht wirklich wieder zurück zum Ursprung. Deswegen ist es auch wieder ein THPS.
Wie du wahrscheinlich weißt, gibt es viele Pro’s heutzutage die durch dein Spiel angefangen haben zu skaten – wie fühlt sich das an?
Es ist eine riesige Ehre. Es ist etwas, das ich mir nie vorgestellt habe, als wir angefangen haben das Spiel zu machen. Meine Intention für das Spiel war es eigentlich, etwas zu haben, das den Skatern Spaß machen würde, auf das Skater stolz sein können und das sie dazu inspirieren würde, eine Spielekonsole zu kaufen. Ich habe nie gedacht, dass es das übertreffen könnte, aber schließlich hat es doch seinen Weg in das Reich der erfolgreichen Videospiele gemacht. Ich bin da echt stolz drauf. Ich bin stolz darauf, dass wir für so viel Begeisterung gesorgt haben.
Hast du auch Leute bei Birdhouse die wegen THPS angefangen haben zu skaten?
Ich weiß nicht genau, ob sie deswegen angefangen haben… Oh, da fällt mir ein, dass Mike Davis mir letztens noch gesagt hat, dass er wegen des Spiels angefangen hat. Tony Hawk
Heutzutage gibt es zwei Hawks in Skateboarding – dich und deinen Sohn Riley. Gab es einen Zeitpunkt, an dem du realisiert hast, dass Riley auf jeden Fall auch Pro wird?
Ich glaube wir waren auf einer Birdhouse Tour in 2008 oder 2009 und er fing zu der Zeit an, wirklich sein Ding durchzuziehen und alle Clips, die er mit nach Hause gebracht hat, waren einzigartig und progressiv. Ich habe mich sogar mit ihm hingesetzt und ihm gesagt: „Das ist schon ein bisschen mehr, als einfach nur gut zu sein und für irgendein Team zu fahren. Das ist echt etwas Besonderes und ich glaube, du solltest dafür ein bisschen mehr arbeiten.“ Das hat er auch vorher schon gemacht, aber er hat nicht aktiv versucht, es als seine Karriere zu sehen. Ich glaube, das Gespräch damals hat er sich zu Herzen genommen. Ich will nicht den Ruhm einheimsen, aber nachdem wir geredet haben, war er definitiv offener, wenn es darum ging, Sponsoren zu bekommen, auf Tour zu gehen und daran zu arbeiten.
Hast du ihm bestimmte Ratschläge im Laufe der Zeit mitgegeben?
Ein bisschen. Ich meine auf jeden Fall, wenn um Sponsoren ging, aber eher, weil ich nicht will, dass er etwas macht, mit dem er sich unwohl fühlt. Also wenn ich ihm Ratschläge gebe, ist es eher sowas wie: „Das sind die Dinge, die dieser Sponsor in dir sucht. Denke nicht, dass du alles für die aufgeben musst.“ Er macht das wirklich gut und hat sich somit seinen eigenen Weg geebnet.

"Riley hat mir erzählt, dass Andrew (Reynolds) sich immer auf Sachen bezieht, die ich ihm beigebracht habe, als wir damals auf Tour waren"

Wo wir gerade bei Sponsoren sind. Was hast du gedacht, als er von Birdhouse zu Baker gewechselt ist, weil Baker ja ein recht bekanntes Image hat und natürlich auch die passenden Teamfahrer.
Darüber habe ich mir nicht wirklich Sorgen gemacht. Das war aber auch hauptsächlich so, weil ich Andrew Reynolds respektiere und seine Fähigkeit Potenzial und Talent in den Leuten zu sehen. Es war der Fakt, dass er dachte, dass Riley alles hat, was man braucht, um es in sein Team zu schaffen. Es ist offensichtlich, dass deren Team viel Party macht, aber das ist nur ein Element. Das andere Element ist, dass sie dafür bekannt sind, absolut eins der besten Skateboardteams zu haben. Ich habe mich für ihn gefreut und Riley ging es genau so, weil er von einer Legende wie Andrew anerkannt wurde. Ich habe dasselbe in Andrew gesehen, als er noch jung war. Ich habe ihn gesponsort, ihn zum Pro gemacht und er ist gegangen, um seine eigene Company zu starten. Das ist einfach der Kreislauf. Das muss ich akzeptieren und begrüße es sogar sehr.
Also ist Reynolds jetzt in der gleichen Position mit Riley, in der du früher mit ihm warst?
Genau, Riley hat mir sogar letztens noch erzählt, dass Andrew sich immer auf Sachen bezieht, die ich ihm beigebracht habe, als wir damals auf Tour waren. Zum Beispiel sowas wie: „Achja, Andrew hat mir gezeigt wie du damals dies und das gemacht hast um ein Hotel zu bekommen, oder die Wäsche zu waschen“, oder sowas in der Art. Andrew war immer sehr aufmerksam, als er jung war und es ist echt ironisch, dass er die Sachen, die er damals beobachtet hat, jetzt an Riley weitergibt. Aber ich denke, dass Riley sehr verantwortungsbewusst ist und nicht irgendwie in einer extremen Partyszene steckt. Tony Hawk
Themawechsel – wie hat sich die Medienlandschaft in Skateboarding deiner Meinung nach über die Jahre geändert?
Es ist alles viel augenblicklicher und es lebt online und das ist großartig, weil der ganzen Gemeinschaft sehr viel nützt. Es hilft, allen die gleichen Chancen zu geben, wenn es darum geht, dass bestimmt Gegenden von den Hauptaktionsplätzen abgeschnitten sind. Es ist jetzt schon eher wie eine globale Gemeinschaft.
War das einer der Gründe, warum du den Ride Channel gestartet hast?
Naja, die Idee, dass alles online lebt und wir wollen, dass es sehr schnell geht, gab es bereits vor dem Ride Channel. Wir haben mit shredordie.com angefangen und das war schon eine Website mit Skateboarding im Mittelpunkt, aber wenn du eine Skate-Website hast, die nicht Youtube als Player benutzt, dann kannst du nicht mithalten. Also haben wir den Content und die Ideen zu Google und Youtube mitgenommen und gesagt: „Wir würden das Ganze gerne im noch größeren Stil auf Youtube machen“, und sie haben ja gesagt.
Das ist der online Aspekt, aber wie denkst du, sieht die Zukunft für Printmagazine in Skateboarding aus?
Ich glaube sie können koexistieren, wenn sie unter dem gleichen Dach sind, aber zu versuchen, ein reines Printmagazin herauszubringen ist ein echter Kampf. Es ist immer noch großartig dein Foto in einem Magazin zu sehen. Leute verzehren sich immer noch nach einem Thrasher Cover, also glaube ich nicht, dass dieses Element nie ganz von der Bildfläche verschwinden wird.
Das können wir nur hoffen. Danke für deine Zeit Tony.
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