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Bundeskunst[skate]halle

Skateboarding ist kein Sport sondern Kunst, so lautet das mantrahaft vor uns hergebetete Dogma und Kunst, die findet man im Museum. Eigentlich nur logisch, dass sich kürzlich eine Auswahl an Skatern aufmachte, um in der Bonner Bundeskunsthalle zu skaten.

[Fotos: Alexander Basile | Video: Janosch Pugnaghi (additional Filming Jan-Peter Horns) | Sideshots: Stefan Schwinghammer]



Die Bundeskunsthalle in unserer ehemaligen Hauptstadt Bonn ist ein ehrwürdiges Museum, in dem bereits mehr als 220 Ausstellungen zu sehen waren. Betritt man als Skater normalerweise deren Räumlichkeiten, dann muss das Skateboard an der Garderobe abgegeben werden. Besuchte man jedoch die kürzlich gezeigte Karl Lagerfeld Ausstellung "Modemethode", dann kribbelte es gehörig in den Füßen und man wünschte sich, man hätte doch sein Board dabei. Eine Straßenszenerie samt abfotografiertem Berliner Straßentunnel war als Ausstellungsraum nachgebaut worden, inklusive Manualpads, Bumps und (Slappy)Curbs – alles auf perfekten Boden, der per Fototapete auf Asphaltlook getrimmt war. Aber da der Museumswächter schon meckerte, sobald man das Handy für Fotos zückte, schien es mehr als unrealistisch, hier auch nur zum Ollie im Flat ansetzen zu können.



Aber nicht nur bei Skateboardern weckte das Ambiente Begehrlichkeiten, auch für Graffiti- und Street Art Künstler bildete die nachgebaute Betonkulisse einen perfekten Spielplatz. Das fanden auch die Ausstellungsmacher der Bundeskunsthalle und luden nach dem Ende der Lagerfeld Ausstellung Newcomer wie Szenegrößen ein (wie z.B. Delta und Erosie aus Holland, Aris aus Italien oder Jeanspezial aus Frankreich), um den grauen Wänden Farbe zu verleihen. So entstand die Bundeskunsthall of Fame.



Paco Elles – Backside Nosebluntslide

Paco Elles – Backside Nosebluntslide vor einem Delta Piece


Zur Finissage der Ausstellung fand sich auch der Fotograf Alexander Basile in Bonn ein und auch er erkannte sofort das skatebare Potential des Ausstellungsaufbaus. Der Kurator Allan Gretzki und Johanna Adam von der Bundeskunsthalle, mit denen Alex sich daraufhin in Verbindung setzte, waren direkt begeistert von der Idee einer Skatesession. Deshalb erreichte uns kurz darauf ein Anruf, ob wir Bock hätten im Museum zu skaten. Klar waren wir natürlich sofort dabei. Kurzfristig eine schlagkräftige Crew organisisert und los ging’s. Am Tag vor dem Abbau hatten wir zwölf Stunden Zeit und die Erlaubnis alles zu zerfahren, zerschneiden und zerlegen wie wir es wollten.



Mit viel Licht und Erfahrung im Gepäck setzte Basile, der sowohl in der Kunstwelt aktiv ist, wie auch eine weitreichende Vergangenheit in der Skateszene hat, diese Session in eindrucksvollen Bildern um. Das vorhandene Ausstellungsdesign wurde von dem Team komplett zersägt und umgebaut. Dabei wurde nichts von ausserhalb hinzugefügt (außer unserem Picknick Tisch), sondern die vorhandene Ausstellung erneut recycelt. Aus Karl Lagerfeld wurde Graffiti Jam wurde Skateboard Session. Upcycling at it’s best.
SOLO-Session-Bundeskunsthalle

SOLO-Session-Bundeskunsthalle

Bundeskunstskatehalle

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