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Bill Strobeck über Supreme

Mit seinem Film Kids hat Larry Clark das wohl authentischste und ungeschönteste Portrait der Jugendkultur der 90er geschaffen und damit auch ganz nebenbei noch einem kurz zuvor gegründeten New Yorker Label ein verkaufs­trächtiges Image verpasst. Viele der Hauptdarsteller hingen nämlich täglich im Supreme Shop in der Lafayette Street ab und verkörperten genau die Art Coolness, die man sich auch im kleinsten Dorf überziehen wollte. Über 20 Jahre später ist die von Supreme ausgehende Anziehungskraft noch immer ungebrochen. Das Setting jedoch hat sich geändert. Die Kids scheinen abgeklärter und weniger selbstzerstörerisch und der Chronist ist nun Bill Strobeck, dem mit Cherry bereits eines der aufregendsten Skatevideos der letzten Jahre gelungen ist. Gerade hat er nun zur Pariser Shoperöffnung mit Pussy Gangster nachgelegt. Statt Washington Square Park ist heutzutage der Place de la République Ort des Geschehens, mit dem eine weitere Crew ins Kids Spiel kommt: die Bloby’s. So sieht es aus, wenn zwei der derzeit innovativsten Crews zusammenfinden.

Bill Strobeck

Bill Strobeck

Hey Bill, du bist wieder zurück in New York. Wie lange warst du in Paris?

Beim ersten Trip einen Monat und acht Tage und später noch mal für zwei Wochen. Dann bin ich für eine Woche zum Schneiden nach Hause geflogen und zur Premiere wieder zurück. Ich kann nur in gewohnter Umgebung schneiden. Ich hatte anfangs Probleme die beiden Trips zu mischen, aber eines Nachts hat es klick gemacht. Das ist immer das beste Gefühl. Ich hab das Video fertig geschnitten, vom Boss absegnen lassen und dann hab ich, acht Stunden bevor mein Flug ging, noch einen Trick geschickt bekommen und es hat mich drei Stunden gekostet den einzubauen. Das war der Fakie Wallride von Kevin Rodrigues. Er ist direkt vom Spot mit der Bahn zurück und hat ihn mir geschickt. Ich bin ziemlich geflasht davon.

"Es ist mehr als nur Skate Skills. Darum geht es bei Supreme, darum geht es mir und das will ich zeigen."

Ich hab meiner Freundin, die nichts mit Skaten zu tun hat, Pussy Gangster und irgendeinen Banger-Clip gezeigt und sie gefragt, was ihr besser gefällt. Ihr gefiel dein Video bedeutend besser. Wieso denkst du, beurteilen das auch Leute ohne Skateboard Background so?

Also erst mal, das ist es, wie ich Skateboarding darstellen möchte. Die Kids, mit denen ich arbeite, verstehen das mittlerweile und es sind alles Freunde. Es sind wirklich coole Kids, das war das Besondere an ihnen, als ich sie das erste Mal traf. Das ist genau so wichtig, wie gut skaten zu können. Es macht Spaß mit ihnen abzuhängen. Wenn jemand anderes sie auf die gleiche Art filmen würde, wäre es trotzdem nicht das Gleiche. Du wirst sehen, Tyshawn [Jones] wird einen richtig guten Part im adidas Video haben, aber ich weiß nicht, ob die Filmer mit Tyshawn verbunden sind, wie ich es bin. Mich kennt er halt echt gut. Er und seine Freunde besuchen mich zu Hause und können dort sie selbst sein. Sie wissen, ich verurteile sie nicht. Ich bin fast sowas wie ein großer Bruder und kein erwachsener Mentor. Ich bin auf ihrer Seite, aber gelegentlich erkläre ich ihnen, dass sie sich ein bisschen reinhängen müssen, um den nächsten Schritt zu gehen. Sie sind nicht nur Skatekids, sie sind gute Persönlichkeiten und eine verdammt coole Crew. Ich schätze mich glücklich das dokumentieren zu können.

[caption id="attachment_17166" align="aligncenter" width="1200"]Na kel – Fall

Wer hat sie auf Supreme gebracht?

Nach meinem Transworld Part hab ich mit Tyshawn und (Jason) Dill einen Clip gefilmt, damit hat es angefangen. Da hab ich Tyshawn zum ersten Mal getroffen und er war noch richtig klein, aber er hat Nollieflip am Courthouse gemacht und das ziemlich schnell. Ich dachte nur: „Alter, der hat echt Talent!“ Dann wohnt Dill in L.A. zwei Blocks vom Shop entfernt und die Kids sind immer da rumgehangen. Aidan Mackey, Sage Elsesser, Nakel [Smith] – und Tino Razo meinte: „Lass ein Team zusammenstellen. Oder wenn auch kein richtiges Team, lass den Kids wenigstens Stuff geben, die sind cool.“ Während wir Cherry gefilmt haben, hab ich zwei Monate bei Dill gewohnt und die Kids hingen im Hinterzimmer, waren am Blödsinn labern und rumalbern – Kids eben. Ich hab sie dann mal gefragt, ob sie mitkommen wollen einen Schulhof skaten und als ich sie gesehen habe, dachte ich: „Krass, die sind ja richtig gut!“ Von da an waren sie bei jeder Session dabei. Sie waren extrem motiviert, hatten aber keinen Plan, wie man ein Video filmt. Wenn sie drin sein sollten, dann wollte ich aber, dass sie richtig Gas geben. Was ich rausbringe, bring ich nämlich erst raus, wenn es fertig ist. Nach Cherry sind dann auch viele Nicht-Skater zu mir gekommen und haben gesagt: „Eigentlich mag ich Skaten gar nicht, aber ich mochte das Video und die ganzen Lifestyle Shots.“ Diese Sachen sind auch wie ein Trick, weißt du was ich meine? Das erreicht jeden, nicht nur Skater. Es ist, als würde man einen Film mit ein bisschen Skaten drin ansehen. So will ich das haben. Diesmal war ich vor Ort, als der Typ ein Messer gezogen hat. Da ist nichts gestellt. Möglicherweise bin ich die Art Person, die schnell in solche Situationen gerät.

[caption id="attachment_17167" align="aligncenter" width="1200"]Alex Olson – Kickflip

Alex Olson – Kickflip

Ich hab auf Instagram gesehen, dass der Typ dir danach noch zum Geburtstag gratuliert hat.

Ich hab mit ein paar Leuten in meinen Geburtstag reingefeiert. Als ich zurückgeskatet bin, war dieser Typ, der normalerweise auf einer Bank am Place de la République schläft, auf dem Bürgersteig vor meinem Hotel neben dem Plaza. Er lag da, hatte eine Brille auf und las um drei Uhr morgens ein Buch. Ich sagte: „Ich kenn dich“, und fragte, ob ich ein Foto mit ihm schießen könnte. Aber als ich abdrücken wollte, war mein Handy leer. Also bin ich in mein Zimmer, hab es geladen, etwas Schokolade für ihn eingepackt und bin zurück. Ich hab ihm gesagt, dass ich Geburtstag habe und dann hat er „Happy Birthday To You“ gesungen. Es war das komplette Gegenteil zu dem, was auf dem Plaza passiert ist und da wurde mir klar, man kann niemanden einfach so abstempeln. Er war damals auch nicht auf die Skater wütend, sondern auf zwei andere Typen, die sich aufgeführt hatten. Also hab ich mich hingekniet und ein Foto mit ihm gemacht. Er war wirklich nett. Nie würde man denken, dass er so ein Psycho sein kann.

Die anderen interessanten Protagonisten in Pussy Gangster sind die kleinen Kids.

Sie sind die nächste Generation, die Teil von dem sein werden, was wir machen. Und selbst wenn nicht, sind sie einfach coole Kids. Für mich spielen sie eine genau so wichtige Rolle wie z.B. Tyshawn. Sie haben etwas Spezielles an sich und ich erkenne das, wenn ich es sehe. Der 360 Flip von Evan war großartig. Der ist mir lieber als irgendein Backlip am 15er Rail. Er war sketchy gelandet, aber das gefällt mir besser, als hätte er ihn perfekt gemacht. Jetzt ist die Zeit für sowas. Nicht alle sollten das machen, aber ich bin froh, dass wir das machen. Das ist Skateboarding.

"Jeder trägt seinen Teil dazu bei, die Sache so dope zu halten, wie sie ist."

Sind deshalb die Leute so gehyped von den Supreme Kids?

Es ist mehr als nur Skate Skills. Darum geht es bei Supreme, darum geht es mir und das will ich zeigen. Es ist ein Lifestyle und manche der Kids skaten gut, andere super gut und andere lernen noch, aber sie können trotzdem mit uns skaten gehen, ohne dass das irgendwie komisch wäre. Kids wie Little Leo, von dem der Videotitel stammt, kommen mit uns mit und Jungs wie Tyshawn sind gehyped ihn skaten zu sehen.

Little Leo hat sich Pussy Gangster ausgedacht?

Der Kleine hat mir ständig Nachrichten auf Instagram geschrieben und irgendwann hat er mir ein Foto von sich, an einer Wand lehnend mit Sonnenbrille auf, geschickt und dazu: „I’m the Pussy Gangster!“ Ich dachte nur: „Heilige Scheiße!“ Ich hab Dill davon erzählt, dass ich das Video Pussy Gangster nennen möchte und er fand’s cool. Eigentlich sollte es erst Pearl heißen, aber mit der Footage vom zweiten Trip hat das nicht mehr gepasst. Namen sind immer schwierig und dann hatte ich die Footage mit Dill und der Maske am Ende und ich dachte, das würde perfekt kommen, wenn da Pussy Gangster über seinem Gesicht steht. Also hab ich’s gemacht, eingeschickt und sie fanden es super. Ich date ein Mädel und die kam vorbei und war die Erste, der ich den Clip gezeigt habe. Ich hab mich gefragt, ob sie den Titel seltsam finden wird, aber direkt als der kam meinte sie, wie gut der passt. Tja, also Leo hat den Namen aufgebracht und er ist ein kleiner Scheißer, aber echt super und ein wirklich toller Junge.

[caption id="attachment_17168" align="aligncenter" width="1200"]Jason Dill – Frontside Flip

Jason Dill – Shifty Ollie

Könntest du mal alle Supreme Kids charakterisieren?

Tyshawn ist ziemlich selbstsicher und eine Skaterat. Er nimmt keinerlei Drogen. Seine Sucht ist es einen Haufen Geld zu verdienen, was er bisher ziemlich gut macht. Kevin Bradley ist extrem begnadet auf dem Brett. Für diesen Backtail in Oakland hat er nicht lange gebraucht. Es ist krass danach zu hören, dass drei Pros sich vorher daran aufgerieben haben und er hat den mal eben gemacht. Er macht all seine Tricks schnell. Er hat Skills wie Tom Penny, raucht Tonnen an Gras und ist dauerdicht. Er hat die witzigste Lache, ist ein Quatschkopf und ein ziemlich tougher Kerl. Nakel ist ein nachdenklicher Typ. Ich denke, er ist eine Art Anführer. Er ist der Älteste und hat die richtigen Werte. Er ist geradeheraus. Wie er Slams abfängt, abgesehen von dem im Video, ist beeindruckend. Wie ein schwarzer Ninja. Sean [Pablo] ist ein verdammt Hübscher. Mädels verfallen ihm Hals über Kopf. Er ist noch echt jung und hat eine Freundin. Er ist wie ein Schwan, so lautet auch sein Spitzname. Er besitzt einen guten Style und ist ein echt netter Junge. Er ist nicht introvertiert, aber überlegt, bevor er was sagt und in der Zeit denken die Mädels: „Der ist so süß!“ Er ist ein Frauentyp. Irgendwie mag ihn jeder. Sage hat althergebrachte Umgangsformen. Er ist so, wie er es von seinem Großvater gelernt hat. Nimm deine Mütze bei Tisch ab und sowas. Und er ist ein echter Athlet. Er kann extrem hoch springen. Wenn er mit dem Skaten aufhören würde, könnte er wahrscheinlich auch jeden anderen Sport ausüben. Beim Skaten sieht er aus wie jemand aus den 90ern. Sein Style ist richtig geil. Er ist ebenfalls ein sehr nachdenklicher Typ. Aidan ist einer der verdammt coolsten Typen, die es gibt. Er gibt einen Scheiß auf alles und macht, was er machen will. Wenn ihm jemand sagt, er soll irgendwo runterspringen, meint er nur: „Nö, ich hab den Spot noch nie gemocht.“ Er ist auf seinem eigenen Film. Ihm ist es egal, was die anderen Kids über ihn denken. Zu Anfang war er das sketchy Kid. Derjenige, der in den Laden geht und was klaut und die Anderen dann nur so: „Aidan ist verrückt!“ Er ist verdammt cool und auch eine Art Anführer. Ich glaube sie bewundern ihn, weil er ein wenig der Bad Boy ist. Aber er ist auch wirklich nett. Er ist der Red Devil. Er hat diesen verrückten Look und einen Ausdruck in den Augen, bei dem man nie weiß, was passieren kann. Er erinnert mich an Deluxe Fahrer aus den 90ern. Er ist ein Anti Hero Zögling. Die Sachen hat er bewundert, als er jünger war. Ben [Kadow] ist witzig, er ist ein Koch und hat als Küchenchef gearbeitet, bevor wir ihn zu uns gezogen haben. Er ist ziemlich unabhängig, geht gerne alleine filmen und besitzt eine lebhafte, verrückte, interessante Persönlichkeit. Für jemanden seines Alters hört er verdammt gute Musik und er mag es Restaurants zu besuchen. Er hat sich vorher über alle Restaurants informiert, in die er in Paris wollte. Er ist sehr eigenständig.

"Heutzutage kannst du kein Arschloch mehr sein, das wäre echt seltsam, denn wir leben in einer ganz anderen Zeit. Aber damals galt das als cool…"

Wie haben sie sich mit den Bloby’s verstanden und wie findest du die und deren Art zu skaten?

Sie sind super! In Paris herrscht ein anderer Vibe als z.B. in L.A. Ich hab mir kürzlich einige ihrer Videos angeschaut und das hat mich umgehauen. Ihre Instagram Compilation Videos sind der Hammer. Die zeigen, wie sie rumblödeln und machen, was Skater eben tun. Und wenn sie müssen, können sie für ein Video auch richtig auspacken. Aber auch wenn sie nur rumalbern, sind die Sachen immer noch hart. Am Anfang hatte ich das Gefühl, dass sie gar nicht richtig verstanden, was geht. Kevin fragte mich: „Ist das so ein Sponsor-Me Ding?“ Ich hab ihm erklärt: „Nein, wir wollen euch dabei haben. Das hier ist euer Ding. Wenn der Shop eröffnet hat und ihr ein Board braucht, nehmt es euch. Macht, was immer ihr wollt. Irgendwelche Klamotten, packt sie ein. Gebt euren Freunden ein Brett, wenn sie eins brechen, es ist euer Shop. Hängt dort rum, raucht Gras, macht was ihr wollt.“ Während dem ersten Trip sind wir nicht wirklich viel mit ihnen abgehangen, aber beim zweiten Trip sind wir zusammengewachsen und man sieht das auch im Video, wie sich etwa Nakel und Vincent [Touzery] vor einem Trick umarmen. Dill war während den beiden Trips auf einem Fotoshooting mit den Jungs und meinte danach: „Diese Kids sind richtig dope! Ich find die super.“

Was ist eigentlich Dills Rolle bei Supreme? Creative Director? Team Manager? Markenbotschafter?

Es gibt Leute, die die Klamotten am Computer entwerfen, was Dill nicht macht, aber er meldet sich und sagt ihnen: „Ey, ich kann nicht aufhören diese Hose zu tragen. Vielleicht solltet ihr auch so eine machen.“ Oder er schickt ein Shirt ein, das er cool findet. Jeder trägt seinen Teil dazu bei, die Sache so dope zu halten, wie sie ist. Erstens hat Dill die Kids entdeckt und dann hat er sich eine Weile um die Lookbooks gekümmert. Er unterstützt auf allen Ebenen. Wenn er z.B. bei einem Fotoshooting ist, wird er Tipps geben, wie man es machen sollte. Er ist sowas wie ein Creative Director ohne offiziell den Titel zu tragen.

[caption id="attachment_17169" align="aligncenter" width="1200"]Kevin Bradley

Letzte Frage: Was macht Supreme so cool?

Das Image, mit dem alles anfing, ist der Grund, warum es cool wurde. Viele Kids sind für sie gefahren und das waren echt toughe Typen. Jeden Tag und jede Nacht sind sie vorm Shop in der Lafayette Street rumgehangen, sind reingegangen, um Drogen zu nehmen oder haben mit Chicks gechillt. Diese Atmosphäre hat es cool gemacht. Wenn du da nicht dabei warst, wolltest du unbedingt dabei sein. Und wenn du versucht hast reinzukommen, hatten viele der Typen nur ein „Verpiss dich“ für dich. 90er New York Dudes waren Arschlöcher. Heutzutage kannst du kein Arschloch mehr sein, das wäre echt seltsam, denn wir leben in einer ganz anderen Zeit. Aber damals galt das als cool. „Nö, du kannst das hier nicht kaufen…“. Aber ja, sie haben jetzt über eine lange Zeit alles richtig gemacht. Ich finde, es ist einfach eine echt coole Marke. Es ist ein Lebensstil. Es gibt Kids, die nicht so leben, aber sie wollen sich so fühlen und kaufen den Stuff. Keine Ahnung, es ist wohl cool mit Supreme Stuff in der Schule rumzulaufen. Sie haben die Supreme Krankheit. [lacht] Es gibt viele verschiedene Gründe, warum es cool ist und meiner ist schlicht der, dass sie unglaublich oft hintereinander alles richtig gemacht haben.

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